Ehrenvorstand Hans Schwarz zum 90. Geburtstag gefeiert - "Die goldene Mitte gefunden"

Traunreut. Traunreut (mix). Die Freiwillige Feuerwehr Traunreut bescherte ihrem Ehrenvorstand Hans Schwarz zu seinem 90. Geburtstag ein Fest, zu dem zahlreiche aktive und passive Mitglieder erschienen. Auch im AWO-Seniorenzentrum gab es eine kleine Geburtstagsfeier im Kreise der Familie und Freunde.

Eigentlich habe er keine große Feier zu seinem Wiegenfest haben wollen und noch vor wenigen Wochen wäre sie aufgrund einer schweren Krankheit auch gar nicht möglich gewesen. Dennoch ließen es sich seine Kameraden von der Feuerwehr nicht nehmen, ihn zu feiern.

Vorstand Franz Schicker blickte auf die lange Zeit zurück, während der Hans Schwarz sich für die Feuerwehr einsetzte. 1949 war er eines der Gründungsmitglieder der Feuerwehr in der jungen Stadt. Bis 1954 war er Vertrauensmann, dann bis 1963 zweiter Kommandant und anschließend bis 1969 erster Kommandant. 21 Jahre lang, von 1970 bis 1991 war Hans Schwarz dann Vorsitzender der Feuerwehr und wurde 1993 zum Ehrenvorstand ernannt. Und auch in den letzten Jahren riss der Kontakt zu seinen früheren Kameraden nie ab. Regelmäßig besuchte Hans Schwarz, wenn es ihm seine Gesundheit erlaubte, den Frühschoppen am Sonntagvormittag im Gerätehaus und tauschte sich mit den Kollegen aus.

Zwar sei er früher oft als "Paragrafenhengst" betitelt worden, erzählte Franz Schicker, doch sein großes Wissen über das Vereinsrecht sei allen zugute gekommen und auch heute hole er sich so manchen guten Rat beim Ehrenvorstand. "Mit deiner ruhigen, sachlichen, freundschaftlichen Art hast du viel Sympathie gewonnen", betonte der jetzige Vorstand, "du warst und bist ein Vorbild für alle Feuerwehrler."

Auch Traunreuts 1. Feuerwehr-Kommandant Ingo Klepke würdigte die Verdienste von Jubilar Hans Schwarz: "Das von dir Geleistete lässt sich gar nicht in Worte fassen." Dieser habe als Feuerwehr-Kommandant und -Vorstand immer einen Kompromiss, "die goldene Mitte", gefunden. Die Feuerwehrkameraden überreichten ihrem Ehrenvorstand zum Geburtstag einen Ehrenteller.

Bürgermeister Franz Parzinger ging in seiner Ansprache auf so manche Höhen und Tiefen im Leben von Hans Schwarz ein. Er hob vor allem dessen Verdienste um die Zusammenarbeit aller Traunreuter Wehren hervor, als diese im Zuge der Gebietsreform 1978 zu Traunreut kamen. Die damaligen Vorstände der Feuerwehren von Stein, Pierling, Matzing, Traunwalchen und der Siemens Werksfeuerwehr waren zu Ehren des Jubilars auch zu seiner Geburtstagsfeier erschienen.

Parzinger erinnerte daran, dass Hans Schwarz 1970 die goldene Stadtmünze erhielt, 1987 die Medaille "Traunreut dankt" und schließlich 1989 die Ehrenmedaille der Stadt. Der Bürgermeister betonte: "Hans Schwarz erhielt diese Auszeichnungen völlig zu Recht. Ihn hat nie sein Optimismus verlassen. Er sah in einer Herausforderung nicht das Problem sondern eine Chance und hat sein Fachwissen stets weiter gegeben."

Hans Schwarz stellte bei der Geburtstagsfeier seine Schlagfertigkeit und seinen Sinn für Humor unter Beweis, als er zitierte: "Die Feuerwehren von Traunreut, Pierling, Traunwalchen, Matzing und Stein mögen wie deren alte Jungfern sein, allzeit bereit aber nie von jemand begehrt." Bereits am Vormittag wurde der Jubilar im AWO-Seniorenzentrum gefeiert, wo seine Nichte Ursula anhand alter Bilder einen humorvollen Rückblick auf sein Leben gab. Auch seine Tochter Dagmar nahm an der Feier teil. Einrichtungsleiterin Monika Samar erklärte, sie habe von dem Jubilar viel gelernt, unter anderem über Disziplin und Pünktlichkeit. Auch habe sie durch ihn erfahren, dass man "an jedem Ort, zu jeder Zeit, egal in welchem Alter, Freunde finden kann".

Mit dem Zitat "tant de bruit pour une omelette" (so viel Lärm um ein Omelett) tat das Geburtstagskind die vielen Lobreden ab, freute sich aber doch sichtlich über die herzlichen Glückwünsche von allen Seiten.

Quelle: Traunreuter Anzeiger

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