Den subtropischen Temperaturen trotzten die Jungs und Mädels der Jugendfeuerwehren des Stadtgebiets Traunreut und absolvierten diverse Einsatzübungen, tags wie nachts. Umrahmt wurde dieses Programm von gemeinsamen Mahlzeiten und Freizeitbeschäftigungen während der Übungspausen. Tischtennis, Fußball aber auch zwei Pools sorgten für die nötige Abwechslung und Erfrischung.

„Explosion am Traunreuter Bauhof, mehrere Personen verletzt bzw. abgängig“, hieß die Alarmmeldung kurz nach Aufbau des Nachtlagers im Gerätehaus Traunreut. Den Jugendlichen bot sich vor Ort ein anspruchsvolles Szenario: beispielsweise eine unter einem Container eingeklemmte Person oder abwechselnde Explosionen, die schweißtreibendes und aufwändiges Arbeiten erforderten.

Dass man bei der Feuerwehr nicht nur mit Brand und Personenrettung beschäftigt ist, sondern auch Fahrbahnen zu reinigen hat, zeigte sich bei einer etwa 300 Meter langen Kiesspur am Gerätehaus in Sankt Georgen. Mit vereinten Kräften kehrten die Jugendlichen den Kies, den ein Anhänger zuvor verloren hatte, und mussten zudem „Schaulustige“ besänftigen und davon abhalten, den Weg zu passieren - eine zusätzliche Arbeit, die leider immer öfter im Einsatzleben Realität wird.

Aus Spaß kann schnell Ernst werden – dies zeigte eindrucksvoll eine angenommene Vermisstensuche am Traunufer auf Höhe des Sportplatzes in der Irsinger Au. Vier Personen veranstalteten in den späten Abendstunden eine Grillfeier unter erheblichem Alkoholkonsum. Zwei Feiernde konnten während der Übung direkt versorgt und mittels Tragen zur Verletztensammelstelle gebracht werden, zwei weitere mussten erst im Wald gefunden und versorgt werden. Hier war für die Jugendlichen nicht nur das gemeinsame taktische Vorgehen bei einer Vermisstensuche im Mittelpunkt, sondern auch das Anwenden der Kenntnisse in der Erstversorgung von Patienten.

In den frühen Morgenstunden riss ein Keller, der unter Wasser stand, die Einsatzkräfte aus dem Schlaf. Bei Ankunft an der Übungsstelle zeigte sich jedoch ein weiteres Problem. Eine Person, die den Strom aufgrund der Wassermenge abschalten wollte, zog sich Verletzungen zu und musste primär versorgt und durch den engen Keller ins Freie transportiert werden. Erst danach konnte der Keller mittels Wassersauger bearbeitet werden.

Regelmäßig bauen die Ausbilder der Jugendgruppen auch Fehlalarme in die Übungsnacht mit ein, hier lösten im Stadtgebiet fälschlicherweise einige Brandmeldeanlagen aus, die zwar eine bloße Anfahrt erforderten, aber den Jugendlichen zeigen sollten, dass nicht jeder reale Einsatz mit Action verbunden ist.

Vom Frühstück gestärkt nahmen die Jungs und Mädels eine Ende der Übungsnacht an, wurden aber bei Abbau des Nachtlagers von folgender Meldung überrascht: „B4, Brand eines Wohnhauses in Oberweißenkirchen bei Pierling, mehrere Menschen in Gefahr“. Mit vereinten Kräften konnte man die abgängigen Personen retten und einen Löschaufbau vornehmen. Unter den Augen des Kreisbrandmeisters Josef Walter absolvierten die Jugendlichen auch diese Einsatzübung. Walter lobte das saubere Arbeiten und den Biss aller Anwesenden, die bei den wiederkehrenden warmen Temperaturen ihr Bestes gaben. Eine Wasserschlacht rundete die gemeinsamen Übungen ab.

Abschließend sei erwähnt, dass die Übungsnacht der Traunreuter Jugendfeuerwehren bereits Tradition hat und sich dabei die gute und kameradschaftliche Zusammenarbeit Jahr für Jahr immer wieder zeigt.

2018 07 27 Uebungsnacht 1

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2018 07 27 Uebungsnacht 4

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