Großbrand in Wohn- und Betriebsgebäude in Empfing

Traunstein. Mehr als zwölf Stunden dauerten die Löscharbeiten beim Großbrand eines Wohn- und Betriebsgebäudes in Empfing. Am Donnerstag gegen 14.30 Uhr brach das Feuer im dritten Obergeschoss aus. Unter Kontrolle und  weitestgehend gelöscht war das Feuer erst am Freitagmorgen gegen 4 Uhr. Drei Personen erlitten leichte Rauchvergiftungen, darunter ein Feuerwehrler. Ein Hausbewohner, der sich vor den Flammen auf den Balkon im vierten Obergeschoss geflüchtet hatte, wurde von der Feuerwehr Traunstein über die Drehleiter gerettet. Durch das Feuer wurden große Bereiche des Dachstuhles sowie die drei obersten Etagen des fünfstöckigen Gebäudes zerstört. Es entstand ein Sachschaden von mehreren Hunderttausend Euro. Am Donnerstagnachmittag wurde die Feuerwehr Traunstein mit Alarmstufe 2 „Mittelbrand“ alarmiert, nachdem Hausbewohner den Brand im vierten Stock des Hauses entdeckt hatten.

Löschversuche der Bewohner und der Mitarbeiter, des im selben Gebäude tätigen Gardinenproduzenten bleiben ohne Erfolg. Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte quoll dichter aus den Fenstern des Dachgeschosses. Eine weithin sichtbare Rauchsäule ragte in den Himmel. Zuerst konzentrierte sich die Feuerwehr darauf, das gesamte Gebäude zu evakuieren. Von einem Balkon im obersten Stockwerk wurde ein Mann mit der Drehleiter in Sicherheit gebracht. Weil sich das Feuer schnell ausbreitete, ordnete Manfred Dandl, 1. Kommandant der Feuerwehr Traunstein und Leiter des Einsatzes die Alarmierung aller Feuerwehren im Stadtgebiet nach Alarmstufe 3 „Großbrand“ an. Daraufhin rückten die Wehren aus Kammer, Haslach, Wolkersdorf und Hochberg an sowie zusätzlich Kräfte der Feuerwehr Traunreut.
Die Löscharbeiten gestalteten sich für die zu diesem Zeitpunkt rund 100 Feuerwehrler sehr schwierig. Durch rund 40 Zentimeter Schnee auf dem Dach des Gebäudes entwickelte sich im Gebäudeinnern extrem große Hitze, die zu einem sogenannten „Flash-over“ – dem Durchzünden heißer Rauchgaseführte. Ein Innenangriff durch Atemschutzträger war nur sehr eingeschränkt möglich, da das alte Gebäude sehr verwinkelt und nur über ein Treppenhaus zugänglich ist.

Dichter Brandrauch und große Hitze gefährdete die Feuerwehrler und verhinderte ein Vordringen bis zum Brandherd. Zudem war zu befürchten, dass die Fellböden aufgrund der Hitze im Gebäude durchbrechen. Nur mit großer Vorsicht konnten die Atemschutzträger langsam Raum für Raum ablöschen. Wegen der Schwierigkeiten beim Innenangriff mussten sich die Löschtrupps über längere Zeit darauf beschränken Wasser und Schaummittel vom Korb einer Drehleiter aus in die oberen Räume zu spritzen. Die eisigen Temperaturen ließen das Wasser nach kurzer Zeit gefrieren. Der lange Einsatz in der Kälte stellte für die Feuerwehrler eine besondere Anstrengung dar. Stark gefordert waren die Atemschutzträger, von denen Dutzende von Trupps notwendig waren, um dem Feuer Einhalt zu gebieten. Gegen 20 Uhr, sechs Stunden nach Beginn des Einsatzes, loderten weiterhin Flammen aus dem Dachstuhl und die Feuerwehren stellten sich auf eine lange Nacht ein. Nach und nach wurden die Mannschaften abgelöst und durch neue Kräfte ausgewechselt. Zur Unterstützung wurde deshalb auch die Feuerwehr Surberg nachalarmiert.

Neben den insgesamt über 160 Feuerwehrlern waren auch rund 30 Helfer des Rettungsdienstes und mehrerer Schnelleinsatzgruppen des Bayerischen Roten Kreuzes und des Malteser Hilfsdienstes im Einsatz. Sie versorgten die Einsatzkräfte während der eisig-kalten Nacht mit heißen Getränken und Mahlzeiten. Die, aus den Wohnungen in den Obergeschossen evakuierten Bewohner fanden bei Nachbarn in Empfing Unterschlupf und wurden dort unter anderem von Kriseninterventionsteam Traunstein (KIT) betreut. Der Einsatzleitung standen die Unterstützungsgruppen Sanitätseinsatzleitung und Örtliche Einsatzleitung zur Seite.

Während der Löscharbeiten war die Straße durch den Stadtteil Empfing gesperrt. Auf der Wasserburger Straße (Bundesstraße 304) kam es besonders während des Berufsverkehrs zu erheblichen Behinderungen und Stauungen, weil auch von dort Schlauchleitungen bis zur Brandstelle verlegt wurden. Die Brandursache ist noch unklar. Vermutet wird ein technischer Defekt an einen Elektrogerät. Die Kriminalpolizei Traunstein hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Quelle: Peter Volk / Kreisfeuerwehrverband Traunstein

Zum Seitenanfang