Notruf missbraucht: Mann löst Großeinsatz in Traunreut aus

28.12.2020 | Stand 28.12.2020, 19:49 Uhr

Einen Großeinsatz hat am Montagnachmittag ein Mann in Traunreut ausgelöst. Er hatte einen falschen Notruf wegen sieben angeblich bewusstloser Personen und Gasgeruch abgesetzt.

"Eventueller Kohlenmonoxidaustritt, sieben Personen regungslos am Boden, ABC-Alarm der Stufe 3." Das Großaufgebot an Rettungskräften, das am späten Montagnachmittag in die Hoferstraße in Traunreut ausrückte, musste sich auf das Schlimmste gefasst machen. Schließlich stellte sich das Ganze als - wohl absichtlich und dreist herbeigeführter - Fehlalarm heraus. Am Abend hatte die Polizei die Person, die den angeblichen folgenschweren Gasaustritt gemeldet hatte, bereits ermittelt.

Um 15.55 Uhr war in der Integrierten Rettungsleitstelle die Besorgnis erregende Meldung eingegangen. Ein Anrufer teilte mit, dass im vierten Stock seines Wohnblocks sieben bewusstlose Personen liegen würden und Gasgeruch wahrzunehmen sei. Entsprechend massiv war das Aufgebot an Rettungskräften. Unter anderem rückten mehrere Polizeistreifen, die Feuerwehren Traunreut, Traunwalchen und Trostberg mit rund 55 Mann und elf Fahrzeugen, die Kreisbrandinspektion, sieben Rettungswagen, sieben Krankentransporter von den Standorten Traunstein, Garching, Wasserburg, Grassau, Fridolfing und Ruhpolding, die Schnelleinsatzgruppen aus Traunstein, Trostberg und Palling sowie vier Rettungshubschrauber aus.

Keine Verletzten vorgefunden

Wie Karl-Heinz Erhard, der Kommandant der Traunreuter Feuerwehr, mitteilte, konnten in dem rund 80 Wohneinheiten umfassenden Haus keine Verletzten vorgefunden werden. Vier Atemschutztrupps hatten den kompletten Wohnblock durchsucht. "Wir haben Messungen durchgeführt und die Bewohner befragt", so Erhard. "Keiner hat etwas gewusst oder gerochen."

Von dem Mann, der den Gasalarm ausgelöst hatte, fehlte zunächst jede Spur. Der Name des Anrufers stand auch nicht auf den Klingelschildern am Hauseingang. Polizei und Rettungsleitstelle versuchten jedoch, den Notruf zurückzuverfolgen. Laut Erhard mit Erfolg: "Die entsprechende Festnetznummer war tatsächlich in dem Wohnblock registriert und gehörte zu einer Wohnung im dritten Stock." Nachdem auf das Klingeln niemand reagierte, wurde diese von der Feuerwehr geöffnet. "Zuhause war niemand", so Erhard. Aber der Hausmeister habe den Mieter der Wohnung schließlich im Hausgang erkannt. Zur Rede gestellt, habe der Mann erklärt, dass er Besuch von einem Bekannten hatte und dieser sein Telefon für einen Anruf verlangt habe.

Aktion offenbar als Scherz gesehen

Die Polizei bestätigte am Abend, dass es sich um einen 57-jährigen Traunreuter handelt, der seine Aktion offenbar als Scherz gesehen und sich vor Eintreffen der Rettungskräfte von der Örtlichkeit entfernt habe. Neben dem Ermittlungsverfahren wegen Missbrauchs von Notrufen erwarte den Mann eine saftige Rechnung für den personalintensiven Einsatz. Ob Alkohol- und Drogeneinfluss oder eine psychische Beeinträchtigung eine Rolle gespielt haben, müsse noch geklärt werden.

"Man weiß nicht, unter welchen Umständen und mit welchen Absichten der Mann den Alarm ausgelöst hat", sagt Karl-Heinz Erhard. "Aber natürlich ist das ein großes Ärgernis und ein Notruf-Missbrauch, auf den empfindliche Strafen stehen. Zurecht." Dem Kommandanten geht es dabei nicht nur um die zwei bis drei Stunden, die die Rettungskräfte geopfert haben, wie er sagt. "Das wirklich Belastende ist das Szenario, auf das man sich einstellen muss. Man rückt aus mit der Aussicht, dass man mehrere Schwerverletzte oder gar Tote antrifft und diese so schnell wie möglich auf Tragen durch ein enges Treppenhaus aus dem vierten Stock retten muss. Das ist vor allem eine psychische Ausnahmesituation."

Quelle: www.pnp.de

 

7 bewusstlose Personen in Wohnblock gemeldet, Großalarm für die Rettungskräfte

Einen Großalarm löste heute Nachmittag ein Anrufer bei der Leitstelle in Traunstein aus, als er in einem Wohnblock mit fast 80 Wohneinheiten in der Hoferstr. in Traunreut 7 bewusstlose Personen und einen Gasgeruch meldete. Die Leitstelle löste Großalarm für die umliegenden Rettungskräfte aus. Es wurden mehrere Feuerwehren, Rettungswagen und auch Rettungshubschrauber zum Einsatzort bestellt.

Als die ersten Rettungskräfte der Feuerwehr aus Traunreut am Einsatzort eintrafen, war der Anrufer auf keiner Türklingel ausfindig zu machen und auch im Gebäude wusste niemand etwas von einem Gasgeruch oder bewusstlosen Personen. Somit blieb den Floriansjüngern nichts anderes übrig als sich Stockwerk für Stockwerk durchzuarbeiten und Messungen auf eventuelles Gas durchzuführen. Zwischenzeitlich rückten immer mehr Rettungskräfte zum Einsatzort an.

Unter anderem wurden 4 Rettungshubschrauber alarmiert, von denen allerdings zwei auf dem Anflug wieder abbestellt wurden. Mehrere Einheiten von Schnelleinsatzgruppen des BRK sowie die Sanitätseinsatzleitung trafen ebenfalls der Reihe nach am Einsatzort ein. Die Polizei aus Traunreut wurde von Einheiten der Bundespolizei unterstützt. Ebenfalls waren Vertreter der Kreisbrandinspektion vor Ort. Letztendlich konnte im gesamten Gebäude weder verletzte Personen noch Gasgeruch festgestellt werden. Auch der Anrufer konnte laut Polizei noch nicht ausfindig gemacht werden. Die Feuerwehren aus Traunreut, Trostberg und Traunwalchen waren mit insgesamt ca. 50 Einsatzkräften vor Ort.

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Quelle: Facebook.com/FDLnews

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