Entwurzelte Bäume und geknickte Laterne: Zahlreiche Einsätze nach Unwetter in Traunreut
Christiane Vogl

Eine Straßenlaterne war wegen des Sturms abgeknickt. Die Traunreuter Feuerwehr war im gesamten Stadtgebiet gefordert. - Foto: Vogl
Funken sprühen über den regennassen Asphalt, als ein Feuerwehrmann eine abgeknickte Straßenlaterne zerteilt. An einer anderen Einsatzstelle liegt ein Baum, mitsamt seinem Wurzelballen aus der Erde gerissen. Es sind zwei Bilder, die zeigen, mit welcher Wucht das kurze, aber heftige Unwetter am Mittwochnachmittag über Traunreut (Landkreis Traunstein) hinweggezogen ist.
Für die Freiwillige Feuerwehr folgte ein knapp fünfstündiger Einsatz im gesamten Stadtgebiet.
Der erste Alarm ging um 16.12 Uhr ein. Das Einsatzstichwort lautete „THL 1 – Baum über Fahrzeug, unklar, ob Personenschaden“. Umgehend rückte der Rüstzug aus, bestehend aus Einsatzleitfahrzeug, Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug und Rüstwagen. Noch während die drei Fahrzeuge unterwegs waren, erreichten die Feuerwehr über sämtliche Meldewege weitere Notrufe, wie Kommandant Konrad Unterstein berichtet
An 22 Stellen im Stadtgebiet gefordert
Daraufhin wurde die Funkzentrale besetzt. Zu diesem Zeitpunkt warteten bereits 21 weitere Einsatzstellen darauf, abgearbeitet zu werden. Zusammen mit der ersten Alarmierung war die Traunreuter Feuerwehr damit an insgesamt 22 Stellen gefordert.

Der kurze, aber heftige Sturm riss den Baum aus der Erde. - Foto: Vogl
Unter der Gesamtleitung von Kommandant Konrad Unterstein wurden die Mannschaft und die verfügbaren Fahrzeuge aufgeteilt, damit alle Einsatzorte innerhalb einer vertretbaren Zeit angefahren werden konnten. Die Einsatzleitungen vor Ort übernahmen die Zugführer Verena Unterstein und Pedro Sengstock.
Den Schwerpunkt bildeten umgestürzte Bäume. Sie mussten von Straßen und Gleisanlagen sowie von Fahrzeugen beseitigt werden. Daneben standen mehrere Straßen unter Wasser. In der Porschestraße und der Trostberger Straße sicherten die Einsatzkräfte Gebäude, an denen der Sturm gefährliche Schäden hinterlassen hatte.
Umgestürzter Baum auf Bahnstrecke
Bei der Bundespolizei Freilassing ging am Mittwochnachmittag gegen 16.40 Uhr die Meldung über eine Kollision zwischen einem Zug mit einem umgestürzten Baum auf der Bahnstrecke Mühldorf-Freilassing auf Höhe Fridolfing ein.

Ein Baum war auf Gleise auf Höhe Fridolfing gestürzt – es kam zur Kollision mit einem Zug. - Foto: Bundespolizei
Ein Personenzug war dort mit hoher Geschwindigkeit unterwegs, als er mit dem auf den Gleisen liegenden Baum kollidierte. Infolge des Zusammenstoßes entgleiste der Zug kurzzeitig, sprang anschließend jedoch wieder in das Gleis zurück, teilt die Bundespolizei mit.
Zum Unfallzeitpunkt befanden sich nach bisherigen Erkenntnissen neben dem Triebfahrzeugführer 39 Reisende im Zug. Trotz des erheblichen Zusammenpralls wurde bei dem Unfall offenbar niemand verletzt, so die Polizei. Die Beamten stellten jedoch eine erhebliche Beschädigungen am Zug sowie am Gleiskörper fest.
Die betroffene Bahnstrecke wurde für den Zugverkehr vorübergehend gesperrt. Die Reisenden konnten den Zug verlassen und wurden anschließend im Rahmen eines Bustransfers weiterbefördert. Zudem wurde ein Schienenersatzverkehr für die Strecke Freilassing-Garching eingerichtet. Die Streckensperrung bleibt aufgrund erheblicher Beschädigungen am Gleiskörper derzeit bestehen.
Toilettenhäuschen auf der Fahrbahn
Auch ungewöhnliche Hindernisse beschäftigten die Feuerwehr: In der Eichendorffstraße waren ein mobiles Toilettenhäuschen und mehrere Bauzaunelemente auf die Fahrbahn geraten und mussten von dort entfernt werden.

Ein Toilettenhäuschen und mehrere Bauzaunelemente waren auf die Fahrbahn geraten. - Foto: Vogl
Brandalarm aus einem Wohnheim in der Salzburger Straße
Während die Einsatzkräfte noch mit der Beseitigung der zahlreichen Sturmschäden beschäftigt waren, ging zusätzlich ein Brandalarm aus einem Wohnheim in der Salzburger Straße ein. Die Feuerwehr schickte umgehend einen Löschzug zu dem Gebäude. Dort war glücklicherweise kein Eingreifen erforderlich: Bei der Alarmierung handelte es sich um einen Fehlalarm.

Zahlreiche umgestürzte Bäume und Äste beschäftigten die Einsatzkräfte am Mittwochnachmittag. - Foto: Vogl
Insgesamt war die Freiwillige Feuerwehr Traunreut mit neun Fahrzeugen und 35 Einsatzkräften knapp fünf Stunden lang im Einsatz.
Quelle: www.pnp.de