Feueralarm in Traunreut fordert 130 Einsatzkräfte – 60 Bewohner evakuiert

Vorsorglich wurde ein Löschaufbau errichtet, eine Drehleiter in Stellung gebracht. Wichtig waren vor allem die Atemschutzträger der Feuerwehr, die über fast eineinhalb Stunden alle Räume der Unterkunft nach der Ursache des Brandrauches und -geruchs absuchten. - Foto: Wolfgang Gasser
Zu einem größeren Einsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ist es am späten Montagabend, 15. Dezember, in Traunreut (Landkreis Traunstein) gekommen. Um 23.21 Uhr löste die Integrierte Leitstelle Traunstein Brandalarm nach dem Stichwort B 4 „Brand in Wohngebäude, Personen in Gefahr“ aus. Ziel war die Asylunterkunft an der Tachinger Straße, in der eine starke Rauchentwicklung gemeldet worden war.
Da sich das Gebäude direkt gegenüber dem Traunreuter Feuerwehrhaus befindet, waren die ersten Einsatzkräfte innerhalb weniger Minuten vor Ort. Bei der Erkundung stellten sie im Erdgeschoss eine deutliche Rauchentwicklung sowie starken Brandgeruch fest. Ein offenes Feuer konnte jedoch nicht gefunden werden, ebenso blieb die Ursache der Rauchentwicklung zunächst unklar.
Kommandant alarmierte Kräfte nach
Aufgrund der unübersichtlichen Lage ließ Einsatzleiter und Kommandant der Feuerwehr Traunreut, Konrad Unterstein, vorsorglich weitere Kräfte nachalarmieren. Neben den Feuerwehren aus Trostberg, Traunwalchen, Palling und Pierling rückten auch die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-OEL) aus Traunstein, Vertreter der Kreisbrandinspektion, der Rettungsdienst mit Notarzt, die Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung (UG San-EL) sowie ein Fachberater des Technischen Hilfswerks an.
Priorität hatte zunächst die Sicherheit der Bewohner. Gemeinsam mit dem Sicherheitsdienst der Unterkunft wurden die Menschen aus dem Gebäude geführt. In dem Haus sind laut Feuerwehr 78 Personen gemeldet, rund 60 Bewohner wurden nach Angaben der Polizei evakuiert. Sie kamen vorübergehend in der beheizten Fahrzeughalle des Feuerwehrgerätehauses unter und wurden dort von Einsatzkräften der Feuerwehr und Helfern des BRK betreut.
Kein Brandherd und keine Gefahrenquelle
Nachdem sichergestellt war, dass sich keine Personen mehr im Gebäude aufhielten, durchsuchten mehrere Atemschutztrupps sämtliche Räume im Erd-, Ober- und Dachgeschoss. Dabei kamen Wärmebildkameras sowie Mehrgasmessgeräte zum Einsatz. Die umfangreichen Absuchmaßnahmen dauerten rund eineinhalb Stunden, blieben jedoch ohne Ergebnis: Weder ein Brandherd noch eine konkrete Gefahrenquelle konnten festgestellt werden.
Nach Abschluss der Maßnahmen und dem Ausschluss einer weiteren Gefährdung durften die Bewohner in ihre Unterkünfte zurückkehren. Der vorsorglich aufgebaute Brandschutz wurde zurückgenommen, die Einsatzstelle gesichert. Während des Einsatzes war die Tachinger Straße zeitweise gesperrt, die Verkehrslenkung übernahmen Feuerwehr und Polizei.
Verletzt wurde niemand, auch ein Sachschaden entstand nicht. Der Rettungsdienst und der Notarzt mussten nicht tätig werden. Insgesamt waren rund 130 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, THW und Polizei vor Ort. Gegen 1.27 Uhr wurde der Einsatz schließlich offiziell beendet.
Quelle: www.pnp.de