Großbrand mit Batteriespeicherbeteiligung stand im Fokus
Fordernde Übung für den Messzug Süd – Premiere für den CBRN-Erkundungswagen

Traunstein, Kammer. Der Messzug Süd, bestehend aus den Feuerwehren Kammer und Traunstein, hat im Rahmen einer anspruchsvollen Einsatzübung sein Können unter realistischen Bedingungen unter Beweis gestellt. Übungsannahme war ein ausgedehnter Bauernhofbrand in der Moosstraße im Ortskern von Kammer, wobei insbesondere ein in Brand geratener großer Batteriespeicher im Mittelpunkt des Szenarios stand. Das neue CBRN-Erkundungsfahrzeug aus Traunreut hatte im Rahmen der Übung an diesem Abend seine „Einsatzübungspremiere“.
„Das Thema Batterien und Energiespeicher hat für uns in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen“, erklärte Messzugleiter Maximilian Schubert im Gespräch mit Hubert Hobmaier von der Pressestelle des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein und ergänzte: „Daher haben wir es auch heuer auf die Agenda für eine unserer Einsatzübungen gesetzt.“ Derartige Schadensbilder würden im Ernstfall ein Großaufgebot an Einsatzkräften nach sich ziehen. Bei der Übung in der Ortsmitte von Kammer wurde lediglich der Abschnitt „Messen“ geprobt, der im Ernstfall Teil des Gesamteinsatzes wäre.
Schwerpunkt der Übung war die Lagebeurteilung hinsichtlich der Ausbreitung von Schadstoffen sowie die detaillierte Messung der Luftbelastung im direkten Nahbereich der Einsatzstelle und im erweiterten Umfeld. Hierzu kamen sowohl stationäre als auch mobile Messtechnik zum Einsatz. Die Ergebnisse des Abschnitts würden im Ernstfall in die Lagebeurteilung der Gesamteinsatzleitung einfließen, die dann gegebenenfalls eine Bevölkerungswarnung oder sogar Evakuierungen veranlassen müsste.
Am Gerätewagen Atemschutz sowie am Einsatzleitwagen der Feuerwehr Traunstein wurde die Messleitung eingerichtet und die Lagekoordination durchgeführt. Mehrere Fußtrupps gingen im Umfeld der Einsatzstelle vor, um gezielt Schadstoffmessungen an definierten Messpunkten vorzunehmen. Ergänzend wurde ein Fahrzeug der Feuerwehr Kammer für Messfahrten im Umkreis der Übungsstelle eingesetzt, um ein möglichst genaues Bild der Ausbreitungssituation sowie möglicher Schadstoffkonzentrationen zu erhalten.
Erstmals war im Rahmen dieser Übung auch der neue CBRN-Erkundungswagen (chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren) des Bundes in die Abläufe eingebunden. Dieses Fahrzeug ist seit Kurzem bei der Feuerwehr Traunreut stationiert und stellt eine bedeutende Erweiterung der messtechnischen und analytischen Fähigkeiten für die Feuerwehren und den Katastrophenschutz dar.
„Die neue Technik erfordert von unseren Ehrenamtlichen in Traunreut derzeit einen hohen Übungsaufwand“, informiert Verena Unterstein, die sich federführend für dieses Spezialfahrzeug verantwortlich zeigt. Sie ergänzt: „Uns ist es daher sehr wichtig, die bestehenden Abläufe der Messzüge kennenzulernen und die Fähigkeiten unseres Fahrzeuges darin einzubinden.“ Zukünftig ist angedacht, dass dieses Fahrzeug die beiden Messzüge „Nord“ (Trostberg) und „Süd“ (Traunstein und Kammer) ergänzt.
Das Fahrzeug ist speziell für die großräumige Erkundung von Gefahrenlagen konzipiert und verfügt über moderne Sensorik zur Detektion und Analyse von Gefahrstoffen in der Luft. Darüber hinaus können Messdaten in Echtzeit ausgewertet und an die Einsatzleitung übermittelt werden, wodurch eine deutlich verbesserte Lagebeurteilung möglich ist.
Maximilian Schubert zeigte sich im Nachgang der etwa zweistündigen Übung sehr zufrieden. Der Ablauf und die Zusammenarbeit der eingesetzten Kräfte funktionierten gut. Insbesondere das strukturierte Vorgehen, die zügige Datengewinnung sowie die reibungslose Kommunikation zwischen den Einheiten hob er in seiner „Manöverkritik“ besonders positiv hervor.
„Gerade die Mitglieder des Messzugs der Feuerwehren Traunstein und Kammer sind in den letzten Jahren zu einer leistungsstarken Einheit zusammengewachsen. Viele dieser Einsatzkräfte beherrschen mittlerweile mehrere spezielle Funktionen innerhalb des Messzugs, was sich sehr positiv auf die Leistungsfähigkeit zu jeder Tages- und Nachtzeit auswirkt“, so die Einschätzung des Messzugleiters.
Insgesamt waren rund 30 Einsatzkräfte aus Kammer, Traunstein und Traunreut an der Übung beteiligt. Der zuständige Kreisbrandmeister Albert Rieder machte sich während der Übung ebenfalls ein Bild der Lage und betonte am Ende: „Ich bin schwer beeindruckt, dass bereits wenige Minuten nach dem Eintreffen die ersten Messergebnisse geliefert werden konnten. Das stellt für die Gesamteinsatzleitung bei realen Einsätzen eine große Hilfe über die Planung des weiteren Vorgehens dar.“ Hob
Text und Bilder: Hubert Hobmaier, Kreisfeuerwehrverband Traunstein / Feuerwehr Traunreut
Quelle: Kreisfeuerwehrverband Traunstein