Traunreut. Am 28. August 1977 trat Ingo Klepke als 14-Jähriger in die Freiwillige Feuerwehr Traunreut ein und legte die übliche Laufbahn ab vom Feuerwehr-Anwärter bis zum Hauptbrandmeister, zu dem er im vorigen Jahr ernannt wurde. Im November 1996 wählten ihn die Kameraden erstmals zu ihrem Kommandanten und er hatte dieses Amt bis 15. Januar 2015 inne. Daraus ergibt sich eine 18-jährige Amtszeit und somit die längste in der Geschichte der Traunreuter Wehr. In der Jahreshauptversammlung am Freitag wurde er vom Verein offiziell verabschiedet. Bürgermeister Klaus Ritter überreichte ihm als Anerkennung für „besonderes Engagement im Rahmen des Gemeinwesens der Stadt“ die Medaille „Traunreut dankt“.

Eine der ganz großen Neuerungen in Klepkes Amtszeit war der Bau des neuen Gerätehauses. Der Kommandant brachte dabei seine Ideen ein und trug maßgeblich dazu bei, dass das Gerätehaus in der Form ausgestattet wurde, wie es heute ist. Im September 2001 wurde nach zweieinhalb Jahren Bauzeit der Umzug vom alten Standort an der Munastraße in den Nordosten der Stadt vollzogen. Die Gesamtinvestition betrug damals 10 Millionen D-Mark. Mehrere Fahrzeuge wurden in den letzten 18 Jahren unter Ingo Klepke angeschafft, ein Gerätewagen Atemschutz, ein Gerätewagen Versorger, ein Tanklöschfahrzeug 24/48, ein Rüstwagen RW2, die Drehleiter und ein Mehrzweckfahrzeug. Auch über die Traunreuter Feuerwehr hinaus war Klepke ab 2004 tätig als Fach-Kreisbrandmeister für die Ausbildungen beziehungsweise Lehrgänge auf Landkreisebene. Diese Aufgabe wird er auch weiterhin wahrnehmen. Als Kommandant und Einsatzleiter führte Ingo Klepke die Feuerwehr Traunreut durch eine Vielzahl von Einsätzen, darunter auch beim Felssturz in Stein 2010, bei dem er als Abschnittsführer Rettung dabei war. Er erreichte, dass die Freiwillige Feuerwehr personell und technisch stets auf dem neuesten Stand war. Als aktives Mitglied bleibt er der Feuerwehr nach wie vor erhalten, wenn er auch nicht mehr in der Stadt wohnt.

Ingo Klepkes Leben ist von Anfang an von der Feuerwehr geprägt. Sein Großvater Paul Klepke war eines der Gründungsmitglieder der Traunreuter Feuerwehr und Vater Horst Klepke hatte beinah 20 Jahre das Amt des Kassenwartes inne. In seiner Kindheit wohnte er mit der Familie in einer Dienstwohnung im alten Feuerwehrhaus, so dass Ingo quasi mit der Feuerwehr groß geworden ist. „Alle sind fest davon ausgegangen, dass ich sofort, wenn ich 14 bin, zur Feuerwehr gehe“, erzählte er im Gespräch mit der Heimatzeitung. Er ließ sich jedoch noch ein bisschen Zeit und trat erst ein paar Wochen nach seinem Geburtstag ein. Sein Sohn Kevin ist heute als Vertreter der vierten Generation der Familie in der Traunreuter Feuerwehr.

Die Medaille „Traunreut dankt“ kann der jeweilige Bürgermeister der Stadt ohne besonderen Beschluss verleihen. Sie ist in Silber geprägt, hat einen Durchmesser von 40 Millimeter und trägt auf der Vorderseite das Wappen der Stadt mit der Umschrift „Traunreut dankt“ sowie auf der Rückseite eine Darstellung des Stadtbildes mit der Umschrift „Traunreut – Stadt im Chiemgau". Die Medaille wurde bereits 57 Mal durch die Stadt Traunreut verliehen.

Seine Kameraden bedachten Ingo Klepke ebenfalls mit einer Auszeichnung und Geschenken und dankten dem sichtlich gerührten früheren Kommandanten für sein langjähriges Engagement. Ingo Klepke hob in einigen wenigen Worten hervor, dass er all das Genannte nicht allein geschafft habe, denn „ohne Kameradschaft geht gar nichts“.       

Quelle: Pia Mix

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