Fünf Freiwillige Feuerwehren im Stadtgebiet Traunreut veranstalteten drei Übungen an einem Tag

Über einen ganzen Tag verteilt wurden drei Übungen abgehalten, bei denen die Aktiven ihre Fertigkeiten unter realitätsnahen Bedingungen unter Beweis stellen konnten. Den Auftakt des Übungsmarathons machte ein schwerer Verkehrsunfall in der Bodelschwinghstraße. Zwei Personenwagen und ein Radfahrer waren in den Unfall verwickelt. Ein Pkw lag auf der Seite, der zweite auf dem Dach. Mehrere Personen wurden bei dem Zusammenstoß verletzt und eingeklemmt.

Diese aus den Wracks zu befreien war Aufgabe der Aktiven der Feuerwehren Traunreut und Stein an der Traun. Die Rettung der "Verletzten" gestaltete sich schwierig und nahm auch einige Zeit in Anspruch. Um die Schwerverletzte aber möglichst schonend aus den zerbeulten Fahrzeugen retten zu können, musste bedächtig vorgegangen werden. Wichtig war dabei die ständige Kommunikation zwischen Notarzt bzw. Rettungsdienst und den Einsatzleitern der Feuerwehr.

Die technischen Möglichkeiten der Feuerwehr und die Belange des Rettungsdienstes in Bezug auf den Zustand des Patienten müssen im Ernstfall besprochen und aufeinander abgestimmt werden. Es bedarf kontinuierlicher Absprache, um abwägen zu können, ob der Patient aufgrund eines lebensbedrohlichen Zustandes schnell und manchmal brachial, durch eine so genannte Crash-Rettung befreit werden muss, oder ob Zeit bleibt ihn möglichst schonend aus misslicher Lage zu befreien, erläuterte Kommandant Klepke.

Neben der primären Aufgabe der Menschenrettung stand bei der Übung die Organisation an der Einsatzstelle im Vordergrund. Dabei wurde vor allem Wert auf die räumliche Teilung in Arbeits- und Gerätebereitstellungsbereich gelegt, was wesentlich zum sicheren Ablauf einer Rettungsaktion beitrage. Als Rettungsteam wirkten bei dieser Übung Rettungssanitäter des Malteser Hilfsdienst Traunstein mit.

Für die realistische Darstellung sorgten Fritz Habenicht und Franz Koschwan. Als Verletztendarsteller fungierten Mitglieder der Feuerwehr Freutsmoos. Zu "Verletzten" geschminkt wurden sie von Gabi Habenicht. Bei Übung 2 ging es um die Rettung einer am Wehr an der Traun abgestürzten Person. Im steilen Gelände lag eine "bewusstlose Person" - eine Übungspuppe. Ziel der Übung war das fachgerechte Retten des Verunglückten sowie die dazu notwendige Eigensicherung der Einsatzkräfte.

Da der Lehrgang "Absturzsicherung" seit diesem Jahr zum Ausbildungsangebot des Kreisfeuerwehrverbandes gehört und einige Aktive der Feuerwehr Traunreut diesen Fachlehrgang absolviert haben, bot sich ein solches Unfallszenario an. Die Rettung verlangte den Übenden einiges ab. Den Verletzten aus dem steilen Hang in Sicherheit zu bringen war anspruchsvoll und schweißtreibend.

Klaus Thurner, 1. Kommandant der Feuerwehr Obing und Leiter des Fachlehrgangs Absturzsicherung, zeigte sich bei der Nachbesprechung beeindruckt vom Verlauf der Rettung, hatte aber dennoch einige nützliche Tipps parat, insbesondere zur Optimierung der Ausrüstung.

Der Brand einer Maschinenhalle an der Ringstraße in Traunwalchen war Ausgangslage für die dritte Übung und forderte den Einsatz aller fünf Feuerwehren im Stadtgebiet, unterstützt von der Werkfeuerwehr Bosch-Siemens. Da sich das Brandobjekt im Schutzbereich der Feuerwehr Traunwalchen befand, hatte die Ortsfeuerwehr auch die Einsatzleitung. Horst Jackel, 2. Kommandant der Wehr, wurde von der Aufgabe anfangs völlig überrascht, teilte die anrückenden Kräfte aus Traunreut, Pierling, Matzing und Stein an der Traun jedoch schon frühzeitig in zwei Einsatzabschnitte und stellte damit die Weichen für einen effektiven Verlauf. Viele Schlauchleitungen mussten aufgebaut und zahlreiche Löschtrupps eingesetzt werden, um ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude zu verhindern. Auch aus dem Mühlbach wurde Wasser gefördert. Zusammen mit dem Wasser aus den Hydranten, standen rund 3200 Liter pro Minute zur Verfügung, von denen der Monitor an der Drehleiter der Feuerwehr Traunreut und ein Wasserwerfer 2200 Liter Wasser pro Minute versprühten.

Bei der abschließenden "Manöverkritik" wies Kommandant Ingo Klepke auf die gemachten Fehler hin. Es gebe immer verbesserungswürdige Abläufe, die offen angesprochen werden müssen. Eine positive Entwicklung zu erreichen sei der Sinn des Übens. "Schaut man über Fehler hinweg, lügt man sich selbst an! Schon beim nächsten echten Einsatz kann der verbesserte Ablauf entscheidend sein." Klepke würdigte alle Übungsteilnehmer für ihr engagiertes Mitwirken und dankte für die geopferte Freizeit.

Nach Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft fand der Übungstag mit einem kameradschaftlichen Zusammensein im Gerätehaus in Traunwalchen einen geselligen Ausklang. Zahlreiche Familienangehörige waren gekommen und auch Bürgermeister Franz Parzinger stattete den Floriansjüngern einen kurzen Besuch ab.

Auch im nächsten Jahr wird es wieder einen Übungstag geben, kündigte Kommandant Ingo Klepke an. Dann soll es Übungen geben, bei der auch Feuerwehren aus den Traunreuter Nachbargemeinden mit eingebunden werden.

Bilder der ersten Übung "Verkehrsunfall"

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Bilder der zweiten Übung "Abgestürzte Person"

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Bilder der dritten Übung "Brand einer Maschinenhalle"

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