Traunreut. „Üben, üben und immer wieder üben“ – unter dieses Motto stellte die Feuerwehr Traunreut ihren, bereits zum drittenmal veranstalteten Übungstag, an dem alle Feuerwehren aus dem Stadtgebiet teilnahmen. Ein ganzen Tag über trainierten die Aktiven der Stadtfeuerwehr sowie der Wehren aus Stein, Matzing, Pierling, Traunwalchen und der Werkfeuerwehr Bosch-Siemens unter realitätsnahen Bedingungen, was im Ernstfall bei verschiedenen Unfallsituationen oder Brandarten zu tun ist. Den rettungsdienstlichen Teil der Übung, speziell die Erstversorgung von „Verletzten“, übernahmen Rettungssanitäter des Malteser Hilfsdienst. Für täuschend echt aussehende Verletzungen sorgte die Gruppe für realistische Unfalldarstellung der Malteser.

Schauplatz des ersten Notfallszenarios war das Wasserkraftwerk Talmühle in Traunwalchen.
Eine Frau hatte beim Heckenschneiden ein Kabel durchtrennt und dabei einen Stromschlag erlitten. Sie stürzte eine Böschung hinab und zog sich eine schwere Wirbelsäulenverletzung zu. Nach der Erstversorgung durch die Malteser-Sanis wurde die Verletzte mit Hilfe der Drehleiter der Feuerwehr Traunreut aus steilem Gelände in Sicherheit gebracht. Auf der Trageeinrichtung des Drehleiterkorbs wurde sie über den Mühlbach und den hohen Sicherheitszaun hinweg zu einer ebenen Stelle gehievt, von der aus der Abtransport mit dem Rettungswagen möglich war. Der im Kraftwerkshaus entstandene Rauch wurde durch die Kräfte der Feuerwehr Traunwalchen schnell lokalisiert und der Ausbruch eines Feuers verhindert.

Kaum war dieser Einsatz erfolgreich abgeschlossen, gab es den nächsten Alarm, diesmal für die Feuerwehr Stein und deren Traunreuter Kameraden. Auf der Gemeindeverbindungsstraße zwischen St. Georgen und Irsing kam es zu einem Verkehrsunfall mit zwei Fahrzeugen. Ein Fahrzeug schleuderte an die Leitplanke und blieb auf der Seite liegen, das zweite hatte sich zwischen zwei Bäumen verkeilt. Drei Personen wurden bei dem Unfall in den Wracks eingeklemmt. Die Feuerwehrler mussten nicht nur die Eingeklemmten aus den zerstörten Fahrzeugen befreien, sondern auch die Erstversorgung der Verletzten übernehmen, denn die Malteser wurden zu einem tatsächlichen Notfall nach Traunreut abgerufen. Große Probleme bereitete dies nicht, denn in den Reihen der Feuerwehlrer gibt es eine ganze Reihe von ausgebildeten Sanitätern, die auch im Ernstfall die Verletztenversorgung übernehmen, wenn die Feuerwehr vor dem Rettungsdienst an der Unfallstelle ist.

Ein sich stark ausbreitender Waldbrand in den Traunauen zwischen der Siedlung am Traunsteiner Wald und der Poschmühle bildete die Ausgangslage für einen Großeinsatz aller übenden Einheiten. Ferdinand Beisl, Pyrotechniker vom Technischen Hilfswerk (THW) Traunreut, sorgte mit Rauchbomben für ein sehr realistisches Brandgeschehen. Wegen der starken Rauchentwicklung konnten nur Feuerwehrler mit Atemschutzgeräten die Löscharbeiten durchführen. Karl-Heinz Erhard, der 2. Kommandant der Feuerwehr Traunreut, leitete den Einsatz. Er teilte die Einsatzstelle in drei Abschnitte, um das Feuer von drei Seiten einengen und bekämpfen zu können bzw. ein Ausbreiten zu verhindern. Um ausreichend Wasser zur Verfügung zu haben, mussten Schlauchleitungen von mehreren Hundert Metern Länge, teilweise von Hand oder mit dem Schlauchwagens der Traunreuter Wehr verlegt werden. Das war für die Einsatzkräfte eine schweißtreibende und sehr anstrengende Angelegenheit. Nach knapp zwei Stunden konnte „Wasser halt“ und das Übungsende ausgerufen werden.

Bei der abschließenden Besprechung wies Traunreuts 1. Kommandant Ingo Klepke auf den Sinn des Übungstages hin. Es seien Szenarien ausgearbeitet wurden, die zwar anspruchsvoll und schwierig waren und die Mannschaft stark forderten, die aber gleichzeitig nicht unlösbar waren. “Übungen zu gestalten, bei denen die Helfer einen Misserfolg ihres ehrenamtlichen Engagements hinnehmen müssen, zerstören die Motivation,“ betonte Klepke. „Helfen zu können darf und soll auch Spaß machen.“ Der Kommandant hob die Initiative von Jörg Egger, Franz Koschwan und Fritz Habenicht hervor, die die Übungen ausgearbeitet und vorbereitet hatten. Ein weiteres wichtiges Ziel von Gemeinschaftsübungen sei die Förderung der Kameradschaft. Zwischen den Feuerwehren der Stadt Traunreut gebe es immer noch einige Reibungspunkte, die sich aber zunehmend glätten und beseitigt werden. Das gute Miteinander und die kooperative Zusammenarbeit unter den Stadtfeuerwehren würdigte Traunreuts 1. Bürgermeister Franz Parzinger bei einer kurzen Ansprache an die 95 Übungsteilnehmer. Die Förderung des Teamgeistes sei für die anstehenden Aufgaben der Feuerwehren von großer Bedeutung. Dies betreffe nicht nur die enge Zusammenarbeit in Übung und Einsatz, sondern auch die Abstimmung bei Finanzierung oder Fahrzeug- und Gerätebeschaffung. Mit einem gemütlichen Grillfest ging der Übungstag der Feuerwehren im Stadtgebiet Traunreut zu Ende. pv.

Bilder der ersten Übung "Personenrettung"

Übung Personenre...
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Bilder der zweiten Übung "Verkehrsunfall"

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Bilder der dritten Übung "Waldbrand"

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