50 Jahre Jugendfeuerwehr Traunreut
Ein Grund zu feiern 

Ein besonderer Tag war der zweite Samstag im Oktober für die Nachwuchsretter der Freiwilligen Feuerwehr Traunreut. Bei bestem Wetter konnte die Jugendgruppe der Traunreuter Wehr ihr 50-jähriges Bestehen zusammen mit den Jugendfeuerwehren aus dem Stadtgebiet sowie der befreundeten Wehr aus Ruhmannsfelden auf dem Rathausplatz feiern. Hierzu haben sich die Organisatoren um Jugendwartin Verena Unterstein aber auch die Jugendlichen selbst, einiges einfallen lassen, um sich der Traunreuter Bevölkerung zu präsentieren. Zu Beginn stellte Kommandant Karl Heinz Erhard in seiner Rede fest, dass es ohne Nachwuchs keinen Fortbestand der Wehr gäbe. Um die Zukunft zu sichern, entschied man sich bereits 1967 für die Aufstellung einer Jugendfeuerwehr. „Hier haben unsere Vorgänger Weitsicht bewiesen und wagten sich auf unbekanntes Gebiet.“ Schließlich gab es im Landkreis damals noch keine Jugendfeuerwehr und die Traunreuter übernahmen hier die Pionierrolle erklärte Erhard. Verena Unterstein betonte in ihrem Grußwort das man sich präsentieren wolle. „Wir freuen uns den Tag mit Euch feiern zu können und würden uns glücklich schätzen, wenn wir den Einen oder Anderen für unsere Arbeit begeistern könnten“, so die Jugendwartin. Derzeit engagieren sich 22 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren in der Jugendfeuerwehr und sind in drei Gruppen, U14, U16 und U18 aufgeteilt.

Kreisbrandrat Christof Grundner ging auf das enorme Potential der bayrischen Freiwilligen Feuerwehren ein. Neben den 350.000 ehrenamtlichen Aktiven in den Feuerwehren seien auch 40.000 Jugendliche in den Jugendfeuerwehren organisiert. Er dankte den Jugendwarten für ihre Arbeit und wünschte der Traunreuter Jugendfeuerwehr einen tollen Tag. Die Jugendreferentin der Stadt Traunreut, Andrea Haslwanter, hob das Ehrenamt des aktiven Feuerwehrmitglieds hervor. „Ohne die Feuerwehrleute geht es nicht in unserer Gesellschaft“, führte sie aus und freute sich darüber, zu diesen besonderen Anlass gratulieren zu können. 

Nach den Ansprachen kam der Startschuss für das umfangreiche Programm. Das Heulen einer Sirene war der Auftakt zur ersten Schauübung, ein Gebäudebrand. Inmitten des Rathausplatzes wurde ein Pappkartonhaus aufgebaut und diente als Brandobjekt. Die Jugendlichen kamen mit dem Löschfahrzeug angefahren und zeigten fast schon wie alte Hasen einen routinierten Löschaufbau. Unter großen Beifall der zahlreichen Zuschauer konnte dann nach kurzer Zeit „Feuer aus“ vermeldet werden. Bei einer Modenschau zeigten die Feuerwehrler die verschiedensten Arten der Schutzkleidung und Uniformen die es in einer modernen Feuerwehr gibt. Unter der Moderation von stellvertretenden Kommandanten Konrad Unterstein wurden neben der Jugenduniform auch die der Aktiven sowie ein Hitzeschutzanzug und ein Chemieschutzanzug vorgeführt. Auch ein Imkeranzug, eine Watthose sowie ein Atemschutzgerät wurden gezeigt.

Im dritten Programmpunkt wurde die Rettung einer Person aus einem Unfallfahrzeug demonstriert. Jugendliche die bereits volljährig sind, und somit frisch aus der Jugendfeuerwehr zu den Aktiven wechselten, zeigten mit Rettungsspreizer und -schere an einem Schrottfahrzeug dieses Szenario, welches sich auch als Publikumsmagnet erwies. Die Jüngsten zeigten ihr Können in einem Parcours, bei dem die Grundtätigkeiten gefragt waren. Sichtlich stolz absolvierten sie die Stationen zwischen Schlauch ausrollen und Strahlrohrbedinung oder Saugleitung kuppeln. Manch ein Gast versuchte sich selbst unter der Anleitung der Jugendfeuerwehrler bei den Aufgaben. Der letzte Höhepunkt war dann die Endlossaugleitung. Alle anwesenden Jugendfeuerwehrler kuppelten zusammen über die Länge des gesamten Rathausplatzes eine Saugleitung und bewiesen hiermit die gute Zusammenarbeit unter den Jugendfeuerwehren.  Damit es zwischen den Vorführungen nicht langweilig wurde, war einiges als Rahmenprogramm geboten.

Neben der Fahrzeugschau konnte man auch an einem Feuerquiz teilnehmen, bei dem die Fahrt mit der Drehleiter gewonnen werden konnte. Für Kinder war der Zirkuswagen des Jugendzentrums vor Ort und die Projektgruppe des Gymnasiums bot hier Kinderschminken und die verschiedenen Spiele an. Ebenso wurden auch zwei Hüpfburgen aufgebaut und sorgten für viel Spaß. Für die Stärkung kümmerte sich der Roaddinertruck, der mit seinem Angebot an alkoholfreien Getränken und Burgern die Veranstaltung abrundete. Am Ende des Tages freuten sich die Jugendwarte, Vorstände und Kommandanten der Traunreuter Feuerwehr über die vielen Besucher und die durchwegs positive Resonanz. „Der Aufwand hat sich für uns auf alle Fälle gelohnt und unserer Jugendfeuerwehr hat es auch sehr viel Spaß gemacht“, so das Fazit von Verena Unterstein. 

 

2017 10 14 50j jf

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