April: Schon über 1200 Einsatzstunden der Feuerwehren

Traunreut – Die fünf Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Traunreut – Traunreut, Traunwalchen, Matzing, Stein und Pierling – hatten in den ersten Aprilwochen auffallend viele Einsätze.

25-mal mussten sie zum Teil gemeinsam ausrücken und sieben zum Teil schwer verletzte Personen retten. Dabei leisteten sie über 1200 Einsatzstunden. Sehr häufig waren auch Wohnungsöffnungen mit dem Rettungsdienst und der Polizei.

»Zum Glück waren viele am Tag und wenig in der Nacht«

»Normalerweise haben wir solche Zahlen nur bei Hochwasser«, sagt der stellvertretende Kommandant der Traunreuter Feuerwehr, Konrad Unterstein, als Sprecher aller Feuerwehren. Am Beispiel seiner Heimfeuerwehr teilte er mit, dass zwischen dem 1. und 12. April täglich mindestens eine Alarmierung eingegangen sei. »Zum Glück waren viele am Tag und wenig in der Nacht.« Bei den 25 Einsätzen lag die Antrittsstärke im Durchschnitt bei 25 Mann. Dass diese Einsatzstärke möglich sei, funktioniere nur, weil die Arbeitgeber sehr aufgeschlossen seien, lobt Unterstein die Unterstützung der Betriebe. »Ich kenne keinen, der Ärger macht.«

Lobend äußerte er sich auch über die Zusammenarbeit der städtischen Wehren. »Die Zusammenarbeit ist wichtig und sie funktioniert sehr gut. Nicht nur bei den Einsätzen, sondern auch bei den Sicherheitswachen, wie zuletzt beim Georgiritt oder bei der Felsenkellerparty in Stein.«

In dem kurzen Zeitraum waren leider auch drei tote Personen zu beklagen, so Unterstein weiter. Zwei Personen lagen schon länger tot in ihren Wohnungen, eine weitere Person konnte trotz Reanimierungsversuchen nicht mehr gerettet werden. Gefordert waren die Floriansjünger bei einem Einsatz am Sankt-Georgs-Platz in Traunreut mit Drehleiter und Sprungpolster. Eine Person drohte vom Dach eines Hauses zu springen. »Es war lange unklar, ob es sich um einen Suizid handelt oder nicht«, so Unterstein. Durch gutes Zureden sei es letztendlich gelungen, dass die Person nicht gesprungen sei. Eine »Nachtschicht« musste die Pierlinger Feuerwehr einlegen. Aufgrund einer nächtlichen Personenrettung mussten die Kameraden einen Landeplatz für den Rettungshubschrauber ausleuchten.

Bei den Brandeinsätzen im Stadtgebiet handelte es sich zweimal um Brandstiftung. Auf der Schulsportanlage der Grundschule Nord und in einem Waldstück an der Waginger Straße hatten Unbekannte ein Feuer gelegt. Durch das couragierte Eingreifen von Passanten konnte in dem Waldstück Schlimmeres vermieden werden. »Hätten die Passanten das Feuer nicht sofort gelöscht, hätte vor allem wegen der Trockenperiode wesentlich mehr passieren können«, so Unterstein. Mit einem erweiterten Löschzug war die Traunreuter Wehr auch bei einem Großbrand in Baumham in der Gemeinde Palling im Einsatz. Dabei sei es gelungen, den Stall, in dem sich die Tiere befanden, zu schützen und zu halten. Die Maschinenhalle hingegen sei völlig abgebrannt.

Zeitraubend für die Wehren aus Traunreut, Traunwalchen und Matzing war ein Waldbrand in Pertenstein. Auf einem Hanggelände im Bereich des Schlosses brannten mehrere Bäume, die zwar relativ schnell gelöscht werden konnten. Das größere Problem war das brennende Wurzelwerk in der Erde. »Der Wurzelbrand hat uns fünf Stunden gekostet.«

Schneller am Unfallort als der Rettungsdienst

Auch bei einem schweren Verkehrsunfall an der Kreuzung Münchner-/Werner-von-Siemens-Straße/Traunring in Traunreut waren die Kameraden der Feuerwehr aufgrund der Nähe zum Unfallort schneller vor Ort als der Rettungsdienst und leisteten mit ihren ausgebildeten Sanitätern erste Hilfe. »Das passiert öfter, dass wir eher am Unfallort sind und wegen des erhöhten Einsatzaufkommens des Rettungsdienstes auch schon mal aushelfen müssen«, erklärt Unterstein.

Trotz des erhöhten Einsatzaufkommens in den vergangenen drei Wochen sind die städtischen Wehren ihren Übungs- und Ausbildungspflichten nachgekommen und haben gemeinsam mit der BSH-Werksfeuerwehr in einem Traureuter Industriebetrieb eine Großübung durchgeführt. ga

Quelle: Traunsteiner Tagblatt

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