500 Buben und Mädchen beim 32. Kreisjugendfeuerwehrtag in Petting

Petting. Schlauchflechten, Zielwerfen mit einem Leinenbeutel, Abstandmessung per Rettungszylinder, ein Feuerpatschen-Hindernislauf und ein Feuerwehr-Memory – alles keine alltäglichen Aufgaben, die den rund 500 Buben und Mädchen beim 32. Kreisjugendfeuerwehrtag gestellt wurden. Im Mittelpunkt des großen Jugendtreffens standen Spiel, Spaß, Spannung, Teamarbeit und kameradschaftliches Miteinander und nicht das Streben nach Punkten und Siegerpokal. Der olympische Gedanke „Dabeisein ist alles“ dominierte. Der Jubel war dennoch groß als die Mannschaft „Tacherting 2“ nach vierstündigem Wetteifern zum unangefochtenen Sieger des Spielewettbewerbs gekürt wurde. Mit 927 Punkten siegte das Tachertinger Jugendteam mit über deutlichem Vorsprung vor den Gruppe „Emertsham 2“ (788 Pkt.) und dem Jugendteam Kay 2 (705 Pkt.).

Insgesamt nahmen 87 Teams aus den 81 Feuerwehren im Landkreis an den „Jugendfeuerwehr-Spielen“ teil. Zum Auftakt marschierten die Mannschaften, angeführt von der Musikkapelle Petting auf das Wettbewerbsgelände auf dem Sportplatz ein. Dort wurden sie von Kreisbrandrat Hans Gnadl, stv. Landrat Andreas Danzer und Karl Lanzinger, 1. Bürgermeister der Gemeinde Petting und Schirmherr des Jugendtages sowie Stephan Hellmuth, Kreisjugendwart der Feuerwehren begrüßt.

Auf dem Spieleparcours hatten die sechsköpfigen Jugendteams pfiffige Aufgaben zu erledigen, bei denen Geschicklichkeit, Schnelligkeit und gute Zusammenarbeit notwendig waren. Besonders aber war das berühmte Quäntchen Glück erforderlich, um erfolgreich zu sein und Pluspunkte zu sammeln.

Erste Aufgabe der Teammitglieder war es einen kleinen Ball auf einer Feuerpatsche balancierend durch einen Hindernisparcours zu bringen. Fiel der Ball runter oder wurden die Latten der Hindernisse gerissen, gab es Punkteabzug. Die Aufgabe war es den Ball in vorgegebener Zeit so oft als möglich hin- und her zu „befördern“. Gutes Augenmaß war beim Abstandmessen mit dem Rettungszylinder gefragt. Der war auf einem Tisch montiert und die Anwärter mussten ihn entsprechend weit ausfahren, um eine zuvor per Los gezogene Höhe zu erreichen. Eine echte Herausforderung war es einen Arbeitsleinenbeutel über drei aufeinander gestapelte Bänke hinweg in eine, auf der anderen Seite am Boden liegende Zielscheibe zu werfen. „Ein schönes Spiel, aber totale Glücksach`“, meinte einer der Buben. Beim  bekannten Memory galt es identische Bildpaare zu finden, auf denen Feuerwehrgeräte aufgedruckt waren. Ein Teammitglied deckte die Karten auf und die Kameraden durften ihm zurufen, wenn sie die passenden Bilder entdeckt hatten. Eine tolle Idee der Spieleerfinder der ausrichtenden Feuerwehr Petting war das Schlauchflechten. Drei ausgerollte, am Verteilungsstück angeschlossene C-Schläuche in rot, weiß und gelb mussten ineinander verflochten werden. Da waren die Schlachtenbummler gefragt, die ihre Teams zu Schnelligkeit anfeuerten. Ebenso gab es laute Kommandorufe, damit aus den Schläuchen wirklich ein schönes buntes Geflecht wurde. Je mehr Flechtknoten ein Team schaffte, umso höher die Punktzahl. Sonderpreise gab es bei weiteren Spielen, außerhalb der Wertung. Unter anderem wurden vollgesogene Schwämme über eine Wand geworfen. Auf der anderen Seite versuchten die Spieler möglichst viel Wasser aus den Schwämmen zu pressen. Eine nasse Angelegenheit, die bei den sommerlichen Temperaturen aber bei vielen Teams zur Erfrischung überaus willkommen war.

Neben den Spielen, die auch den Zuschauern viel Spaß machten, gab es ein umfangreiches Rahmenprogramm mit der Ausstellung von Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und des Bayerischen Roten Kreuzes. Besondere Attraktion für die Jugendlichen war die Verkehrswacht mit einem Überschlags- und Aufprallsimulator und der Möglichkeit am Simulator eine Fahrt eine Alarmfahrt mit Blaulicht und Martinshorn sowie die damit verbundenen Gefahren zu erleben. Die BRK-Hundestaffel Traunstein und das Jugend-Rot-Kreuz stellten sich vor.

Bürgermeister Karl Lanzinger wurde für seine Aufgabe als Schirmherr gelobt, denn bestes Sommerwetter verwöhnte den Jugendtag. Lanzinger würdigte die aktive Mannschaft und den Feuerwehrverein der Feuerwehr Petting, die den Jugendtag hervorragend organisierten und perfekt durchführten. Die Pettinger Wehr erklärte sich bereit den Jugendtag auszurichten, weil sie damit gleichzeitig das 40-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr in der Gemeinde feierte. Lanzinger dankte allen, die sich in der Feuerwehr Petting aktuell für die Jugendarbeit engagieren und in der Vergangenheit mit Idealismus eingesetzt haben. Bei allen, in den 40 Jahren tätigen Jugendwarten, bedankte sich  Vereinsvorsitzender Alexander Friedl mit einem Geschenk.

Stellvertretender Landrat Andreas Danzer betonte die Wichtigkeit der Feuerwehren für die Gesellschaft. Gut ausgebildete Nachwuchskräfte liegen dem Landkreis sehr am Herzen. Deshalb wird die Jugendarbeit umfangreich finanziell gefördert. Der Kreisjugendfeuerwehrtag sei eine ausgezeichnete Gelegenheit sich besser kennenzulernen, im Team zu arbeiten, Kameradschaft zu erleben und gemeinsam etwas zu erreichen. „Ihr Feuerwehrler, ob jung oder alt, seid unsere Vorbilder!“ lobte  Danzer und dankte den Jugendwarten für ihren selbstlosen Einsatz und die Bereitschaft junge Menschen auszubilden und Erfahrung weiterzugeben.

Bürgermeister Lanzinger, Kreisbrandrat Gnadl und Kreisjugendwart Hellmuth nahmen zum Abschluss die Siegerehrung vor und überreichten Pokale an die drei erstplatzierten Teams. Die sechs Buben der Siegergruppe aus Tacherting konnten zudem den Wanderpokal des Kreisfeuerwehrverbandes entgegennehmen. Zum Abschluss übergab die Feuerwehr Petting den Jugendwimpel des Kreisfeuerwehrverbandes an die Jugendfeuerwehr Siegsdorf. Dort findet im nächsten Jahr der 33. Kreisjugendfeuerwehrtag statt.

Quelle: Peter Volk / Kreisfeuerwehrverband Traunstein

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