Ein ganz normaler Sonntag?

Freiwillige Feuerwehr Traunreut rückt in wenigen Stunden zu vier Einsätzen aus.

Für viele Bürgerinnen und Bürger Traunreuts war am letzten Wochenende ein ganz normaler Sonntag, die einen gingen bei dem schönen Sommerwetter zum Baden, die anderen verbrachten ihre Freizeit im Grünen, so mancher wurde zu einem schönen Grillabend bei Freunden eingeladen und wiederum andere vergnügten sich auf dem Traunreuter Volksfest.

Für die Freiwillige Feuerwehr Traunreut und die vielen ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und -männer war es ein einsatzreicher Sonntag. Gleich vier Mal wurde die Freiwillige Feuerwehr Traunreut zu Einsätzen alarmiert und rückte deshalb in entsprechender Einsatzstärke aus.

Das erste mal lösten die Piepser um 15:29 Uhr Alarm aus. Rasch machten sich die Kameraden auf den Weg zum Feuerwehrhaus, um in die Trostberger Straße auszurücken, die wegen einer Ölspur zu reinigen war. Solche Einsätze dienen in erster Linie der Vorsorge, damit kein Motorradfahrer auf der Fahrbahn ausrutscht und sich verletzt. Am späten Nachmittag wurde eine eilige Wohnungsöffnung alarmiert: Eine verletzte ältere Dame befand sich in ihrer Wohnung und war nicht mehr in der Lage, dem Rettungsdienst die Türe selbstständig zu öffnen. Die Wohnungstüre konnte schnell geöffnet werden und die Dame wurde aus ihrer misslichen Lage befreit.

In der Nacht gab es einen Chemieunfall, bei dem die Feuerwehr zur Hilfe gerufen wurde. Hier hatte man es mit zweier versehentlich zusammengebrachten Reinigungsmitteln auf einem landwirtschaftlichen Anwesen zu tun die miteinander reagierten und Chlorgas bildeten. Die Hauptaufgaben waren hier die Absicherung der Einsatzstelle, die Bergung der Kanister unter Atem- und Chemieschutzausrüstung sowie das Unschädlichmachen der Chemikalie durch Wasserverdünnung. Zu guter Letzt, kurz vor Mitternacht, rückten die Floriansjünger nochmals zu einer Unterstützung des Rettungsdienstes aus, da dieser Tragehilfe benötigte. Ein schwer erkrankter Mann musste ebenfalls aus seiner Wohnung gerettet werden. Die örtlichen Begebenheiten stellten sich allerdings so dar, dass man von außen keine Möglichkeit hatte mit der Drehleiter zu arbeiten. Also entschloss man sich für eine aufwendigere Rettung über das enge Treppenhaus mit mehreren Helfern.

Der letzte Sonntag war ein einsatzreicher und nicht selbstverständlicher Sonntag für die ehrenamtlichen Helfer, stellten die Kommandanten der Traunreuter Wehr, Karl Heinz Erhard und Konrad Unterstein, fest.

Viele halten es für eine Selbstverständlichkeit: Wenn die Feuerwehr gerufen wird, dann kommt sie auch: Immer, überall, egal zur welcher Tages- oder Nachtzeit, um zu helfen zu unterstützen oder vorzubeugen. Doch, dass es sich um rein eine ehrenamtliche Hilfe handelt, vergessen viele. Umso wichtiger ist es, das Engagement eines jeden einzelnen Feuerwehrlers zu schätzen und zu würdigen, denn: „Die Welt lebt von den Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht", so heißt es in einem Zitat Ewald Balsers.

Verfasser: Andreas Malyssek / Konrad Unterstein

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