Mehr Einsätze und mehr Nachwuchs bei Traunreuter Feuerwehr

Traunreut. Die Freiwillige Feuerwehr Traunreut absolvierte im Jahr 2013 insgesamt 211 Einsätze und erbrachte dabei 4870 Stunden ehrenamtliche Arbeit zum Wohl der Bürger. Im Jahr davor waren es 176 Einsätze und 3623 Stunden. Die Mehrung ist vor allem auf das Hochwasser im Juni 2013 zurückzuführen. Besonders erfreulich ist, dass die Jugendgruppe der Feuerwehr wieder deutlichen
Zuwachs verzeichnen konnte und auf zwölf Mitglieder anwuchs. Dies ist laut Jugendwart Konrad Unterstein auf die konsequente Jugendwerbung zurückzuführen.
Kommandant Ingo Klepke gab in der 64. Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Traunreut zum letzten Mal seinen Bericht ab. Bei den Neuwahlen im Herbst wird er nach 18 Jahren als erster Kommandant nicht mehr zur Verfügung stehen. Die 211 Einsätze im letzten Jahr setzen sich nach seinen Angaben zusammen aus 114 Technischen Hilfeleistungen, 62 Brandeinsätzen, acht Sicherheitswachen und 27 sonstigen Einsätzen zum vorbeugenden Brandschutz und in Sachen Öffentlichkeitsarbeit. Alles in allem mit Einsätzen, Aus- und Fortbildung sowie Jugendarbeit wurden 2013 in der Traunreuter Feuerwehr  11416 Stunden als „freiwilliger und ehrenamtlicher Dienstleister zur Rettung und Schadensabwehr für den Bürger“, wie es Klepke nannte, geleistet. „Jedes Jahr wieder retten wir mit unseren Einsätzen einigen Menschen das Leben, das ist schon etwas“, betonte er. Still gelegt werden musste der Kommandowagen, dessen Reparatur zu aufwändig und teuer geworden wäre. Ingo Klepke berichtete, dass bereits Gespräche mit der Stadtverwaltung laufen, um eventuell noch in diesem Jahr eine Ersatzbeschaffung zu erhalten. Auch ein Ersatz für das TLF stehe an, müsse aber wohl noch bis nächstes oder übernächstes Jahr warten.
Sehr erfreulich fiel im Gegensatz zum Vorjahr der Bericht von Jugendwart Konrad Unterstein aus. Ende 2012 waren acht Mitglieder in der Jugendfeuerwehr. Vier wechselten im letzten Jahr zu den Aktiven, einer schied aus. Durch neun Neuzugänge konnte die Stärke der Jugendgruppe auf nun zwölf erhöht werden, darunter sind drei Mädchen. „Diese erfreuliche Entwicklung haben wir wohl unserer konsequenten Jugendwerbung in den letzten Monaten zu verdanken“, freute sich der Jugendwart. 2013 absolvierte die Jugend 21 Schulungen und Übungen, acht Leistungsabzeichen wurden abgelegt. Das Großereignis des Jahres war der Jugendfeuerwehrtag in Traunreut, der von allen Stadtfeuerwehren gemeinsam ausgerichtet wurde. Auch der 24-Stunden-Berufsfeuerwehrtag zeigte den Jugendlichen in beeindruckender Form, was bei der Feuerwehr alles los sein kann. Insgesamt kamen bei der Jugend an 100 Veranstaltungsterminen 2631 geleistete Stunden zusammen. Wie berichtet geht die Feuerwehr Traunreut in der Jugendarbeit neue Wege. Ab sofort können Jugendliche schon ab dem Alter von zwölf Jahren der Jugendfeuerwehr beitreten. Am Samstag gab es aus diesem Anlass einen großen Informationstag für Jugendliche und deren Eltern beim Gerätehaus.
Die Kasse des Vereins schloss laut Kassenbericht von Herbert Kellner erfreulicherweise mit einem Überschuss von 1593 Euro. Dies sei jedoch nur möglich gewesen, da großzügige Spender die Feuerwehr bedachten. Ansonsten hätten die notwendigen Ausgaben der Wehr, die den laufenden Betrieb selber finanzieren muss, wohl einen Verlust in der Jahresrechnung bedingt. An größeren Anschaffungen waren 2013 unter anderem der Kauf eines Fahnenschrankes und eines neuen Servers nötig.
Vorsitzender Hermann Künzner ließ in seinem Bericht das Vereinsjahr Revue passieren und erinnerte an zahlreiche Termine. Die Freiwillige Feuerwehr Traunreut zählt nach seinen Angaben aktuell 85 Männer, Frauen und Jugendliche bei den Aktiven und in der Jugend. Dazu kommen 28 passive Kameraden und 70 Fördermitglieder, die den Verein mit ihrem Beitrag finanziell unterstützen. In diesem Jahr stehen einige Veranstaltungen auf dem Programm. Beim 125-jährigen Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Matzing am 1. Juni nehmen die Traunreuter teil. Das traditionelle Spritzenhausfest findet am 21. Juni statt. Der erste Blaulichttag im Landkreis, bei dem sich alle Blaulichtorganisationen präsentieren, ist am 26. Juli in Traunreut.
Kreisbrandinspektor Manfred Unterstein informierte die Versammlung darüber, dass der Digitalfunk für die Rettungsdienste im Herbst 2015 in Probebetrieb gehen soll. Bereits zum G8-Gipfel an Pfingsten 2015 in Ellmau solle Digitalfunk genutzt werden. Seinen Dank drückte Unterstein im Namen der Kreisbrandinspektion allen Helfern beim Hochwasser 2013 aus und großes Lob sprach er den Jugendleitern für ihre erfolgreiche Arbeit aus. Die Herabsetzung des Eintrittsalters auf zwölf Jahre befürwortete er ausdrücklich.
Für die Polizeistation Traunreut sprach Johann Bohnert ein Grußwort und dankte der Feuerwehr für die stets hervorragende Zusammenarbeit. Der Dienststellenleiter hatte seine neue Stellvertreterin Patricia Willinger dabei, die sich kurz vorstellte. In den Wochen, seitdem sie in Traunreut ihren Dienst verrichtet, habe sie viele positive Erfahrungen gemacht, sie fühle sich hier gut angenommen und sehr wohl. Bürgermeister Franz Parzinger hob die hochprofessionelle Arbeit der Feuerwehr hervor, die beim Hochwassereinsatz einmal mehr deutlich geworden sei, und meinte: „Wir können wirklich stolz sein auf unsere Feuerwehren.“ Nach dem Hochwasser letztes Jahr habe er von den Kommandanten eine Liste erhalten, was zur besseren Vorbereitung auf ähnliche Ereignisse notwendig wäre. Im städtischen Haushalt dieses Jahr seien zunächst 15000 Euro eingestellt, um Ausrüstungsgegenstände anschaffen zu können. In den Folgejahren kämen weitere Gelder hinzu. Über die möglichst rasche Anschaffung eines Kommandowagens müsse eventuell im Nachtragshaushalt gesprochen werden.

2014-03-21 jhv mix

In der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Traunreut wurden Ehrungen und Ernennungen durchgeführt. Ingo Klepke wurde von Bürgermeister Franz Parzinger zum Hauptbrandmeister ernannt. Zum Feuerwehrmann beziehungsweise zur Feuerwehrfrau ernannt wurden Paul Haan, Laura Ionescu, Simon Schmalzgruber und Lilian Wondra. Ab sofort ist Andreas Schwarzer Oberfeuerwehrmann, Patrick Kunze und Regina Traspel sind Hauptfeuerwehrmann beziehungsweise –frau, Josef Blank ist nun Löschmeister. Zu Oberlöschmeistern ernannt wurden Thomas Danzer, Florian Jurisch, Johann Reif und Michael Seidl. Hauptlöschmeister ist Hermann Künzner, Oberbrandmeister sind Manfred Deisberg, Jörg Eggers und Herbert Kellner. Das silberne Ehrenkreuz des bayerischen Innenministers für 25-jährige aktive Dienstzeit erhielt Peter Wirth.
Für zehn Jahre Mitgliedschaft als Förderer wurde Thomas Danzer geehrt, 25 Jahre förderndes Mitglied ist Manfred Wagner, 25 Jahre dabei sind auch die passiven Mitglieder Walter Christian und Josef Kosian. 40 Jahre förderndes Mitglied ist das Autohaus Schlögl, 50 Jahre Autohaus Günther und Anton Stadelmann. Unter den passiven Mitgliedern konnte außerdem Herbert Dürschmidt für 50 jährige Treue geehrt werden.

Quelle: Pia Mix

 

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