Nach 1963 und 1983, wird nun die 3. Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Traunreut in den Einsatzbetrieb gehen.

Aufgrund der Bebauung im Stadtgebiet und der damit verbundenen bayerischen Bauordnung, kann ab dem 3. Obergeschoß der zweite Rettungsweg über eine geeignete Drehleiter der Feuerwehr erfolgen. In der jungen Geschichte der Feuerwehr Traunreut, haben die steigenden Gebäudehöhen und die technischen Anforderungen bereits 1983 dazu geführt, die alte Drehleiter mit 25m Leiterlänge ohne Rettungskorb, in eine moderne 30 m Leiter mit Rettungskorb auszutauschen. Der damals fest angebaute Korb an der Leiterspitze war eine technische Neuerung und verkürzte die Rüstzeiten zum Aufbau der Leiter erheblich. 23 Meter Rettungshöhe waren damals möglich, was sich nach der Norm DLK 23/12 nannte.

einweihung neue dlk

Die neue Drehleiter hat eine maximale Rettungshöhe von 30,5 m und eine maximale Arbeitshöhe von 32 m. Und dies mit einem 400 kg schweren Rettungskorb. Kurz als 4 Mann Korb bezeichnet. Somit können im Ernstfall auch mehrere Personen gleichzeitig gerettet werden. Die Sicherheitseinrichtung in der Steuerung zeigt an, wie viele Personen noch zusteigen können. Man hat dadurch natürlich auch mehr Platz im Korb, und kann bei Unterstützungseinsätzen für den Rettungsdienst jetzt auch einen Arzt mitnehmen. Bisher waren nur der liegende Patient und der Feuerwehrmann möglich.

Weiterer wesentlicher Vorteil sind die geringen Rüstzeiten aufgrund des komplett aufgebauten Korb. Die gesamte Beleuchtung mit Xenon-Strahlern und LED Lichttechnik ist bereits angebaut. Im vorderen Bereich des großen Rettungskorbes ist ein Wasserwerfer mit einer maximalen Durchflussmenge bis zu 2000 Litern eingebaut. Die bereits fest angebaute Verrohrung erspart weitere Rüstzeiten, da nur noch am Leiterende angekuppelt werden muss. Die Bedienung des Wasserwerfers kann elektrisch vom Korb aus oder auch vom Hauptbedienstand des Maschinisten erfolgen. Eine angebaute Kamera auf dem Wasserwerfer ermöglicht es zudem dem Maschinisten immer einen Überblick von oben über die Einsatzstelle zu erhalten.

Die neuen elektrischen Techniken, wie eine Schwingungsdämpfung macht nicht nur das Fahren im Korb angenehmer, sondern hilft auch bei einsatzbedingten Bewegungen oder Windböen. Zudem verringern die feinen hydraulischen Korrekturen die mechanische Beanspruchung erheblich. Der Schnelleinstieg, der den Rettungskorb nach vorne mit dem Gelenkteil Richtung Boden fährt, erspart unnötige Leiterbewegungen zum Aufbau der Krankentragenlagerung oder andere technische Gerätschaften, wie Motorsägen oder einen Überdrucklüfter.

Ein High-Light der neuen Drehleiter ist aber sicher das knickbare erste Leiterteil. Um das Einsatzspektrum der neuen Drehleiter noch effizienter zu nutzen, besteht die Möglichkeit das erste Leiterteil um 75° auf einer Länge von 4,7 m abzuwinkeln, was ungeheure Vorteile bei verwinkelten und Terrassenförmigen Gebäudefronten ermöglicht. Auch das sogenannte Unterflur fahren, z.B. bei Einsätzen an Flussufern oder tiefer liegenden Böschungen ist dadurch bis zu 17° unter null fahren und erreicht damit eine Geländetiefe von rund 6 m.

Eine weitere Funktion ist die Möglichkeit, die Drehleiter als Kran zu nutzen. Der Kranharken am untersten Leiterteil kann 4.000 kg Heben und Senken. Am ersten Leiterteil kann man immerhin noch 400 kg anheben und absenken. Eine sogenannte Schachtrettungsfunktion, ermöglicht es bei Rettungseinätzen in Gruben und Schächten, immer die direkte Position über der zu rettenden Person zu halten.

Jedes Gerät ist letztendlich nur so gut, wie es der Mensch bedient. Nach 12 Wochen intensiver Ausbildung ist das Gerät nun bereit in den Einsatzdienst zu gehen.

Ich bedanke mich für die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung bei der Ausschreibung und bei der Fa. Magirus für die erfolgreiche Abstimmung und Ausbau des Fahrzeuges.

Dank gilt auch der Planungsgruppe, die unermüdlich versucht, das Beste herauszuholen.

Ingo Klepke
1. Kommandant
Freiwillige Feuerwehr
Stadt Traunreut

Für Rückfragen 0171-9724766

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