Feuerwehr trainiert Einsatz mit ätzenden Stoffen

01.11.2021 | Stand 01.11.2021, 16:56 Uhr

2021 10 29 GSG Uebung
Besondere Vorsicht gilt für die Feuerwehrler, wenn sie mit auslaufenden Flüssigkeiten hantieren müssen. Bei dieser Übung trugen die Einsatzkräfte spezielle, grüne Chemikalienschutzanzüge, die sie vor giftigen oder ätzenden Flüssigkeiten bewahren sollen. −Fotos: FDL/BeMi

Viele Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Traunreut und Stein sowie der Fachberater des THW Traunreut rückten am vergangenen Freitagabend zu einer großen Einsatzübung in die Bodelschwinghstraße aus. Hier war im Vorfeld durch die neue Leiterin der Fachgruppe Gefahrgut, Verena Unterstein, ein Übungsszenario auf dem Grundstück der Chiemgau Lebenshilfe Werkstätten organisiert und vorbereitet worden.

Dabei handelte es sich um eine Verladeunfall an einem Klein-Lkw, bei dem mehrere Fässer mit verschiedenen Stoffen umgefallen waren. Dabei wurde angenommen, dass eines der Fässer beschädigt worden war und ätzende Flüssigkeit austrat. Um den Schwierigkeitsgrad der Übung zu steigern, wurden mehrere Verletztendarsteller eingesetzt. Ihnen schminkte man täuschend echte Verätzungswunden, die sie sich beim Versuch, die Fässer aufzufangen, zugezogen hatten.

Mehrere Verletzte und ätzende Flüssigkeit

Gegen 19 Uhr wurden alle Einheiten durch den Übungsleiter, 1 Kommandant Konrad Unterstein, per Funk abgerufen und an die Übungsstelle beordert, wo sie wenig später eintrafen. Die Schwierigkeit für die ersteintreffenden Hilfskräfte bestand darin, die Lage, welche auch für die Feuerwehr nicht alltäglich ist, zu erfassen. Als Einsatzleiter wurde Zugführer Pedro Sengstock eingesetzt. Er teilte nach seiner Erkundungs- und Beurteilungsphase die Einsatzstelle in zwei Abschnitte auf. So übernahm stellvertretender Kommandant Karl-Heinz Erhard die Abschnittsleitung "Angriff". Er wurde dabei durch den MTW Zugtrupp des THW unterstützt und koordinierte dabei fünf Fahrzeuge der Traunreuter Feuerwehr. Den zweiten Abschnitt bildete die Freiwillige Feuerwehr Stein mit der Dekontamination. Während die unübersichtliche Einsatzstelle räumlich aufgeteilt und die Strukturen aufgebaut wurden, begann zeitgleich der Angriffstrupp bereits mit der Stofferkundung und der Personenrettung. Die verletzten Personen wurden durch eine so genannte Notdekon geschleust und durch Feuerwehrsanitäter versorgt. Alle weiteren Trupps, die an die unmittelbare Schadensstelle geschickt wurden, um die Flüssigkeit aufzufangen und den Austritt zu stoppen, gingen unter speziellen Chemikalienschutzanzügen vor und wurden nach der Beendigung ihrer Arbeit an der Dekonstelle gereinigt und entkleidet.

Nach zwei Stunden Übungsziele erreicht

Im weiteren Übungsverlauf wurde dann noch eine Beleuchtung über die Traunreuter Drehleiter aufgebaut sowie mehrere Atemschutztrupps zum Niederschlagen der Dämpfe mit Sprühstrahl aus C-Strahlrohren eingesetzt. Nach zwei Stunden waren alle Übungsziele erreicht und es konnte Übungsende gegeben werden. Der Fach-Kreisbrandmeister für Gefahrgut, Thomas Günthner aus Tittmoning, freute sich über die Möglichkeit, ein solch realistische Übung durchführen zu können, bei der klar wurde, welche Konzepte gut laufen und wo noch Handlungsbedarf bestehe. Er dankte allen Teilnehmern sich dieser Herausforderung gestellt zu haben.

In seiner kurzen Ansprache nach der Übung dankte Kommandant Unterstein allen Einsatzkräften für die Teilnahme, der Chiemgau Lebenshilfe für die tolle Unterstützung mit dem Übungsobjekt, Gaby Habenicht für die realistische Unfalldarstellung der Verletzten so wie der passiven Mannschaft der Traunreuter Feuerwehr, die den Hintergrunddienst übernahm. − red

Quelle: www.pnp.de

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