Großbrand im Stadtzentrum

Traunreut (hr). Das Musiklokal „Impuls“ (ehemals „Balkanparadies“) am Traunring in Traunreut ist am Mittwochmorgen abgebrannt. Da das Lokal geschlossen war, befand sich niemand im Gebäude, und es gab auch bei den Löscharbeiten keine Verletzten. Die Schadenshöhe wird von der Polizei auf 200 000 Euro geschätzt. Wegen der Aufräumarbeiten war der Traunring im Bereich des Gebäudes am Mittwochvormittag gesperrt.

Kurz vor 2 Uhr morgens bemerkte ein an dem ehemaligen Munagebäude vorbeifahrender Autofahrer einen „Knall“ und Glassplitter auf der Straße und setzte einen Notruf ab. Bei Eintreffen der ersten Polizeistreife brannte der Anbau des Lokals bereits lichterloh.

Die alarmierten Feuerwehren aus der gesamten Umgebung rückten mit 180 Einsatzkräften an. Das alte Gebäude selbst konnte nicht mehr gerettet werden. „Das Feuer hat sich sehr schnell ausgebreitet. Wir haben zwar noch einen Innenangriff versucht, aber im Gebäude war eine einzige Flammenhölle“, schilderte am Morgen Traunreuts Feuerwehrkommandant Ingo Klepke die schwierige Lage in der Nacht.

Nachdem das Lokal seit 14. Juni geschlossen war, hatte die Polizei bereits gemeldet, dass sich keine Personen im Gebäude befinden: „Deshalb mussten wir das Gebäude auch nicht mehr absuchen“, so Klepke. Die drei ins brennende Haus eingerückten Trupps holten nur noch die Kohlensäureflaschen aus dem Gebäude, die für die Schankanlage genutzt worden waren.

Ursache für die schnelle Ausbreitung des Brandes war auch die Tatsache, dass in dem aus den 50er Jahren stammenden P-Haus die Böden und teilweise auch die Wände nur aus Holz bestanden. Auch die Brandbekämpfung von oben war laut Klepke schwierig, weil die Dacheindeckung mit Schwalbenschwanzschindeln sehr stabil war: „Diese Schindel lagen so dicht aneinander, dass wir zum Feuer kaum durchkamen. Wir mussten deshalb warten, bis das Feuer das Dach durchgebrannt hatte, um dann löschen zu können. Das mag für manchen Zuschauer komisch ausgesehen haben.“

Jedoch gelang es den Löschmannschaften, die umliegenden Häuser vor den Flammen zu schützen, sodass eine Räumung nicht notwendig wurde. Zeitweise trieb der Wind die Rauchschwaden direkt in ein benachbartes Wohngebäude. Der Aufforderung, Türen und Fenster zuschließen, kamen die zuschauenden Bewohner nur teilweise nach. Manche gingen sogar noch vor das Haus, um nichts zu versäumen. Gegen vier Uhr morgens hatten die Feuerwehren den Brand unter Kontrolle.

Im Einsatz waren die Stadtfeuerwehren Traunreut, Stein, Traunwalchen, Pierling und Matzing, die Werksfeuerwehr von BSH sowie die Wehr aus Trostberg mit einer weiteren Drehleiter. Auch das BRK stand vorsorglich parat, musste jedoch nicht tätig werden.

Die abschließenden Löscharbeiten dauerten bis in die Vormittagsstunden, das schwer beschädigte Gebäude musste dabei schon teilweise abgerissen werden. Ein gerissener Hydraulikschlauch an einem eingesetzten Bagger verzögerte diese Arbeiten auch noch. Eine Sperrung des Traunrings war notwendig. Einige radfahrende Schüler werden an diesem Morgen wohl zu spät zur Schule gekommen sein, da es an der Absperrung der Feuerwehr kein Vorbeischummeln gab und der dadurch notwendige Umweg mehr Zeitaufwand bedeutete.

Bis gegen Mittag hatte ein Autokran das Dach soweit abgehoben, dass auch restliche Glutnester und brennende Balken noch abgelöscht werden konnte. Danach war die Straße wieder frei befahrbar. Die Stadt sicherte schließlich das Gebäude mit einem Bauzaun ab, damit Schaulustige die einsturzgefährdete Ruine nicht betreten können. Auch die Brandermittler der Kripo gingen nicht in das Gebäude, weil wegen der schwer beschädigten Holzböden im Erdgeschoss Einsturzgefahr drohte. Die Brandursache konnte folglich nicht geklärt werden.Die Kripo vermutet, dass die veraltete Technik in dem Gebäude, vor allem die Stromleitungen, den Brand ausgelöst haben könnten.

Eine Brandstiftung wird nach den ersten Ermittlungen ausgeschlossen. Eventuell werden heute neue Untersuchungen durchgeführt. Die Polizei vermutet aber, dass wegen der Beschädigungen durch den Abbruch die Brandursache nicht mehr sicher geklärt werden kann.

Ausgebrochen war das Feuer im rückwärtigen, westlichen Teil des Gebäudes. Bei dem vom Zeugen wahrgenommenen  Knall könnte es sich um eine sogenannte Rauchdurchzündung gehandelt haben.

Quelle: Traunreuter Anzeiger, Bericht vom 18.06.2009

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