Verheerender Großbrand in Anning

Traunreut. Beim Großbrand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Anning wurden Stall und Tenne sowie zwei weitere Nebengebäude ein Raub der Flammen. Das Wohnhaus konnte von Löschmannschaften der insgesamt zehn eingesetzten Feuerwehren vor einem Übergreifen der Flammen geschützt werden, wurde aber dennoch in Mitleidenschaft gezogen. Der 55-jährige Hofeigentümer wurde leicht verletzt. Er zog sich eine Rauchgasvergiftung zu, als er zwei Pferde aus dem brennenden Stall befreite. Mit dem Rettungswagen wurde er in das Krankenhaus nach Trostberg gebracht. Der Sachschaden, den das Großfeuer anrichtete, beläuft sich auf mehrere Hunderttausend Euro.

Gegen 20.45 Uhr meldeten mehrere Anrufer über Polizei-Notruf, dass in Anning ein landwirtschaftliches Anwesen brenne. Sofort wurde für die Feuerwehren aus der Umgebung Alarmstufe 3 (Großbrand) ausgelöst. Weithin sichtbar wies ein großer Feuerschein den anrückenden Kräften den Weg zur Brandstelle. Bei Eintreffen der ersten Löschmannschaften standen drei Gebäude des Anwesens in Flammen. Die insgesamt 267 eingesetzten Kräfte der Feuerwehren aus Stein an der Traun, Traunreut, Altenmarkt, Lindach, Traunwalchen, Matzing und Trostberg sowie der Werkfeuerwehren Bosch-Siemens Traunreut und Chemiepark Trostberg konzentrierten sich darauf, dass Wohnhaus vor einem Übergreifen der Flammen zu schützen. Wegen des starken Windes bestand zudem die Gefahr, dass durch Funkenflug weitere Häuser in der Nachbarschaft des brennenden Hofes in Brand geraten. Dies konnten die Feuerwehren jedoch zu verhindern.

Erst nach Mitternacht, nach rund dreistündigen Löscharbeiten konnten die Feuerwehren melden, dass der Brand unter Kontrolle und weitestgehend gelöscht ist. Die beiden Nebengebäude sowie der Stall mit Tenne des Bauernhofes wurden ein Raub der Flammen und brannten bis auf die Grundmauern nieder. Im Stall befanden sich lediglich ein Kalb und zwei Pferde. Das Kalb verendete in den Flammen; die beiden Pferde konnten vom 55-jährigen Brandleider aus dem Stall gerettet werden. In einem Nebengebäude befanden sich ein Wohnwagen sowie verschiedene andere Fahrzeuge und Maschinen, die alle durch das Feuer zerstört wurden. Schwierigkeiten bereitete die Wasserversorgung, so dass lange Schlauchleitungen von Stein bis zur Einsatzstelle verlegt wurden beziehungsweise Tanklöschfahrzeuge (unter anderem ein 20.000 Liter Tankanhänger der Werkfeuerwehr Chemiepark) als Wasserspeicher zur Einsatzstelle beordert wurden.

Geleitet wurde der Einsatz von den Kommandanten der Feuerwehr Stein an der Traun, unterstützt von Kreisbrandinspektor Manfred Unterstein, Kreisbrandrat Hans Gnadl und der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-OEL). Franz Parzinger, Bürgermeister der Stadt Traunreut, kam ebenfalls zum Brandort und informierte sich über die Löscharbeiten und das Befinden der Brandleider. Sämtliche Anwohner in Anning halfen bei der Versorgung der Einsatzkräfte mit Getränken. Von Seiten des Rettungsdienstes wurden ein Notarzt, zwei Rettungswagen sowie die Schnelleinsatzgruppe Trostberg des Bayerischen Roten Kreuzes und der Einsatzleiter Rettungsdienst zum Unglücksort entsandt.

Nicht geklärt ist die Brandursache. Die Kriminalpolizei geht von einem technischen Defekt, entweder des zerstörten, völlig ausgebrannten Mercedes des Hofeigners oder eines Traktors aus. Das abschließende Ergebnis eines Gutachters liegt allerdings noch nicht vor. Die Feuerwehr Stein blieb die Nacht zum Sonntag als Brandwache vor Ort. Den gesamten Montag sowie am Dienstag waren Helfer der örtlichen Wehr zur Unterstützung der Aufräumungsarbeiten und als Sicherheitsabstellung tätig, unterstützt von den Kameraden der Feuerwehr Traunreut und der Werkfeuerwehr Bosch-Siemens. In der Nacht auf Dienstag wurde die Steiner Floriansjünger nochmals zur Brandstelle gerufen, weil sich das Feuer erneut entfacht hatte.

Quelle: Peter Volk / Kreisfeuerwehrverband Traunstein

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