21.09.2005 - Traunreut: Brand im Holzlager ist gelöscht

Im Rahmen einer Pressekonferenz informierten gestern Nachmittag der Betriebsleiter von SEC, Bernd Gross, Kreisbrandrat Hans Gnadl, Vertreter von BSH und Werksfeuerwehr sowie ein von SEC eingeschalteter Brandsachverständiger aus Frankfurt über die Entwicklung des Schwelbrandes, der am Samstag in dem 3000 Kubikmeter fassenden Holzlager ausgebrochen war. Brandursache war demnach eine Erwärmung, die vermutlich durch feuchtes, organisches Material entstanden ist. Durch Witterung, nasses Hackgut und hohen Druck könne ähnlich wie bei einem Heulager die Temperatur so weit ansteigen, dass das Material in Brand gerate. "Damit muss man bei solchen Lagerstätten immer rechnen", so der Brandsachverständige. Wie andernorts auch sei zwar beim SEC-Lager mit regelmäßigen Messungen - auch unter Einsatz einer Wärmebildkamera - versucht worden, solche Hitzeentwicklungen frühzeitig festzustellen, trotzdem sei es zu dem Schwelbrand gekommen. Betriebsleiter Bern Gross versicherte, dass nun untersucht werde, warum der Temperaturanstieg nicht früher erkannt worden ist und was man tun könne, damit sich dies nicht wiederhole: "Für die Zukunft müssen wir einen solchen Brand ausschließen und werden dafür auch alles tun."

Als denkbare Konsequenzen nannte er, dass das Material künftig anders gelagert oder öfters umgeschichtet wird. Die kurzfristige Entscheidung vom Montagnachmittag, das Lager doch sofort komplett zu räumen, war gefallen, nachdem die Temperatur überraschend wieder deutlich angestiegen sei. Die Betonwand des Bunkers war dabei wieder öber 60 Grad heiß geworden: "Nachdem dadurch die Statik des Gebäudes hätte gefährdet werden können, haben wir uns kurzfristig entschlossen, den Bunker zügig zu räumen", so Vertreter der BSH-Werksfeuerwehr. Fünf Laderfahrer von Firmen aus Traunreut, Nußdorf, Hart und Palling transportierten dabei bis Dienstagmittag die restlichen rund 1500 Kubikmeter Hackgut aus dem Betonbunker: "Die haben
wirklich äußerst professionell und schnell gearbeitet", lobte unter anderem Hans Gnadl. Vor dem Gebäude löschten die Feuerwehrmänner von BSH und den Wehren aus Traunreut und Stein a.d.Traun das Material ab.

Rund 25 Feuerwehrleute waren dabei die Nacht über im Einsatz. Insgesamt waren rund 2000 Kubikmeter Material aus dem Bunker geholt worden, weitere 1000 Kubikmeter wurden direkt von einem Kran zum Verbrennen ins Heizkraftwerk geschafft. Nachdem dadurch das lose Material an der Oberfläche abgeräumt war, bestand auch nicht mehr die Gefahr, dass das Holz durchzündet, es also zu Stichflammen kommt. Betriebsleiter Gross bedauerte gestern, dass es seit Samstag immer wieder zu Geruchsbelästigungen der Anwohner gekommen war: "Das Schlimmste war, dass die Belästigung so lange gedauert hat. Wir bitte deshalb alle Anlieger um Verständnis."Gesundheitsgefährdend sei der Rauch nicht gewesen, das hätten auch die Messungen an verschiedenen Stellen im Werk und in der Umgebung ergeben: "Wir haben auch heute morgen nochmals messen lassen. Es wurden aber die sogenannten MAK-Werte nicht überschritten." Die Maximale Arbeitsplatz-Konzentration (MAK-Wert) gibt die maximal zulässige Konzentration eines Stoffes als Gas, Dampf oder Schwebstoff in der Luft am Arbeitsplatz an, bei der kein Gesundheitsschaden zu erwarten ist, auch wenn man der Konzentration in der Regel acht Stunden täglich, maximal 40 Stunden in der Woche, ausgesetzt ist. Gemessen wurden laut Betriebsleiter Bern Gross die Werte für Blausäure, Formaldehyd, Kohlenmonoxid und gasförmige Oxide des Stickstoffs (NOx). Welche Werte gemessen werden sollten, wurde nach Absprache mit der Regierung von Oberbayern entschieden. Dioxin-Werte wurden bei den Messungen nicht ermittelt, es seien auf Wunsch von Bernd Gross aber Luft-Proben gesammelt worden, die eine solche Messung ermöglichten, wenn es später noch nötig sei. Der Brandsachverständige Gerd Göbel versicherte aber: "Die Dioxin-Werte können nicht über denen gelegen haben, die sowieso in der Umwelt vorhanden sind." Kreisbrandrat Hans Gnadl erklärte dazu außerdem, dass auch er und seine Kameraden nicht ohne Atemschutz auf dem Gelände unterwegs gewesen wären, wenn sie eine Gesundheitsgefährdung befürchtet hätten. Zur in der Bevölkerung laut gewordenen Kritik, dass am Samstag zu viele Feuerwehren alarmiert worden seien, entgegnete Gnadl: "Wir haben am Anfang natürlich geklotzt, wie es bei solchen Fällen üblich ist und würden es beim nächsten Mal auch wieder tun.

Als wir die Kräfte nicht mehr benötigten, haben wir reduziert. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man in solchen Fällen Kräfte nachfordern muss, weil zu wenige vor Ort sind." Nachdem der Betonbunker geräumt ist, wird nun von Statikern der Zustand der Mauern untersucht und bis dahin das Lager nicht benutzt. Das Biomasse-Heizkraftwerk kann aber weiter betrieben werden, weil das Brennmaterial aus der Anlieferungsgrube vor dem Lager geholt werden kann. Das Lager selbst dient laut Gross bei normalem Betrieb dazu, auch an Wochenenden oder Feiertagen genügend Brennmaterial vor Ort zu haben.

 

20.09.2005 - Traunreut: SEC:Schwelbrand noch nicht gelöscht

BSH-Personalchef Josef Schätl nahm gestern für den Heizwerk-Betreuer SEC Stellung gegenüber der Lokalredaktion: "Der Schwelbrand ist noch nicht gelöscht, weil man an die Glutnester im unteren Bereich des Bunkers nicht so einfach rankommt." Etwa 1,50 Meter über dem Boden des Bunkers glimme das Holz vor sich hin und dabei entstehe Dampf und Rauch, der auch von außen zu sehen sei. Das Lager müsse nun komplett ausgeräumt werden, um die Glutnester zu beseitigen. Dazu wird einerseits ein Teil des Holzes mit Ladern aus dem Bunker transportiert und im Freien gelagert und der Rest direkt im Heizwerk verbrannt. Die Entleerung war gestern Abend verstärkt worden, dabei konnte es zu größeren Rauchentwicklungen kommen. Bis der Bunker komplett entleert ist, wird es laut Schärtl "mit Sicherheit" bis Donnerstag oder Freitag dauern. Weder für Anwohner, Heizwerk noch BSH bestehe Gefahr, versicherte Schärtl gestern. Um aber ganz sicher zu gehen, seien gestern auch Schadstoffmessungen in der Umgebung veranlasst worden, ein Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor. "Eine gewisse Geruchsbelästigung in der direkten Umgebung des Werks ist möglich",erklärte Schärtl gestern. Am Gebäude selbst sei nur ein Stahltor an der Nordseite des Vorratsbunkers beschädigt worden. Am Gebäude selbst sind laut Schärtl nach bisherigem Kenntnisstand keine Schäden entstanden. Aufwendig sei aber der weiterhin nötige Einsatz der BSH-Werksfeuerwehrler, von denen im Schichtbetrieb immer sechs bis acht Mann vor Ort seien. Laut Polizei wird eine Brandstiftung ausgeschlossen, da es mitten im Bunker zu brennen begonnen hatte. Vermutet wird, dass sich das Material selbst entzündet hat. Was aber genau die Brandursache war, sei bisher noch nicht geklärt. Der Schwelbrand im Spänebunker des Biomasse-Heizkraftwerks hatte am Samstagnachmittag einen Feuerwehr-Großeinsatz mit mehr als 200 Feuerwehrleuten ausgelöst.

 

19.09.2005 - Traunreut: Schwelbrand: Großeinsatz für mehr als 200 Feuerwehrleute

Feuer in Spänebunker des Biomasse-Heizwerkes auf dem BSH-Gelände - Ursache noch ungeklärt.

Ein Schwelbrand im Spänebunker des Biomasse-Heizkraftwerks auf dem Gelände der BSH Traunreut löste am Samstagnachmittag einen Feuerwehr-Großeinsatz aus. Mehr als 200 Feuerwehrleute und weitere Einsatzkräfte waren im vor Ort. Die unmittelbaren Löscharbeiten konnten am späten Abend eingestellt werden. Bis gestern war noch eine Brandwache erforderlich. Die Ursache ist bislang ungeklät, die Feuerwehr vermutet allerdings Selbstentzündung des Materials. Keine Aussagen gibt es bislang über die Schadenshöhe.Entdeckt wurde der Brand im Spänebunker von Helfern der Werkfeuerwehr Bosch-Siemens. Sie ließen zuerst die Feuerwehr Traunreut zur Unterstützung anrücken.

Bei einer ersten Erkundung, unter anderem mit Hilfe einer Wärmebildkamera, wurde in dem 3000 Kubikmeter fassenden Bunker, in einer rund zwei Meter dicken Schicht ein Schwelbrand festgestellt. Die betonierte Außenwand des Speichers war dadurch bereits so heiß geworden, dass man sie mit der Hand nicht mehr berühren konnte. Um an den Brandherd zu gelangen, war es notwendig ein Stahltor an der Nordseite des Vorratsbunkers zu öfnen. Die Feuerwehr musste allerdings damit rechnen, dass es aufgrund der Sauerstoffzufuhr zu einem "Durchzünden" kommen würde. Deshalb wurden nach Alarmstufe 3, das ist ein Großbrand, nachalarmiert. Nach dem öffnen des mit starken Riegeln gesicherten Tores entstand tatsählich an der Oberschicht offenes Feuer. Dies konnte von den Feuerwehren aber rasch eingedämmt werden. Die Schwierigkeit bestand jedoch darin, an den Brandherd heranzukommen. Dazu waren Radlader und Bagger notwendig, die das schwelende Material soweit als möglich aus dem Spänebunker beförderten. Nach Absprache mit Fachleuten des Landratsamtes Traunstein wurde das entfernte Brennmaterial auf dem Betriebsgelände zwischengelagert und mit Wasser gelöscht. Wegen der starken Rauchentwicklung wurden vor allem Atemschutzträger gebraucht; mehr als 50 Mann waren im Einsatz. Letztlich erfolgreich waren die Löscharbeiten aber erst, als dem Löschwasser spezielle Netzmittel beigefügt wurden, die sich wie ein unsichtbarer Film über das angesengte Altmaterial legten und die Flammen erstickten.

Die Feuerwehren aus Traunreut und Siegsdorf verfügen über entsprechende Löschmittel und Geräte. Gegen Mitternacht konnten die umliegenden Feuerwehren wieder abrücken. Die Werksfeuerwehr Bosch-Siemens und die Feuerwehr Traunreut hatten in der Nacht zum Sonntag zu tun, um immer wieder aufflammende Glutnester und den aus dem Bunker entfernten Brandschutt abzulöschen. Erst am Sonntag gegen Mittag war der Einsatz abgeschlossen. Insgesamt waren 215 Feuerwehrler von neun Feuerwehren, die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung, vier Mitglieder der Kreisbrandinspektion und sechs Polizeibeamte im Einsatz. Zur Sicherheit der eingesetzten Helfer waren die BRK-Schnelleinsatzgruppen Traunstein und Traunreut mit acht Helfern am Ort des Geschehens. Zusätzlich standen ein Rettungswagen und zeitweise ein Notarzt bereit.

Wie Kreisbrandrat Johann Gnadl am Rande des Einsatzes erklärte, sei zu keinem Zeitpunkt von einer gesundheitlichen Gefährdung auszugehen gewesen, angrenzende Gebäude seien ebenfalls nicht in Gefahr gewesen. Über das Ausmaß der Schadenshöhe konnte die Firma SEC, die die Anlage betreibt, noch keine Angaben machen. Dies hänge davon ab, ob die Statik des Gebäudes in Mitleidenschaft gezogen wurde oder nicht. Nach Aussagen des SEC-Leiters Bernd Gross, hatte der Schwelbrand auch keine Auswirkungen auf den Betrieb des Heizkraftwerks, in dem als Biomasse definiertes Altholz verbrannt wird. Die Anlage musste seinen Aussagen zufolge nicht abgestellt werden. Der Großteil der Hackschnitzel könne noch verwendet, also verbrannt, werden. Im Einsatz waren die Wehren aus Traunreut, Traunwalchen, Pierling, Matzing, Stein a.d. Traun, Trostberg, Traunstein und Siegsdorf.

Ein Mitarbeiter der Betreiberfirma SEC zog sich eine Rauchvergiftung zu und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Mit zwei Radladern und einem Bagger versuchten die Einsatzkräfte, an den Brandherd im Speicher des Biomasse-Heizkraftwerkes zu gelangen. Dazu musste das Brennmaterial teilweise aus dem Spänebunker entfernt und nach Ablöschen im Freien gelagert werden. Zum Ablöschen konnten wegen des starken Brandrauches nur Feuerwehrler mit Atemschutzgeräten eingesetzt werden.

Quelle: Traunreuter Anzeiger

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