Sturm „Sabine“ bereitet den Feuerwehren ein mäßiges Einsatzaufkommen

Landkreis Traunstein. Bereits seit Tagen machten die Meteorologen auf den „Orkan Sabine“ aufmerksam. Am Montagvormittag hat der angekündigte Sturm den Landkreis Traunstein erreicht und in erster Linie im nördlichen Landkreis zu zahlreichen Einsätzen geführt. Kurzzeitig alarmierte die Integrierte Leitstelle Traunstein im Minutentakt die Einsatzkräfte. Zahlreiche umgestürzte Bäume blockierten die Straßen. Vielerorts mussten Waldstücke kurzeitig gesperrt werden, da ein Betreten selbst für die Feuerwehren viel zu gefährlich gewesen wäre. In Wolkersdorf bei Traunstein und in Traunreut sind Bäume auf Gebäude gefallen. In Obing kam es am frühen Nachmittag zu einem Kaminbrand in einem Wohnhaus. Bei Emertsham rutschte ein Fahrzeug in den Straßengraben und in Altenmarkt war die Bahnstrecke kurzzeitig durch einen umgestürzten Baum blockiert. Mit „Sabine“ bewältigten die Feuerwehren im Landkreis Traunstein in den letzten zehn Tagen  rund 150 witterungsbedingte Einsätze.

Kreisbrandrat Christof Grundner zeigte sich im Gespräch mit dem Kreisfeuerwehrverband Traunstein in erster Linie erleichtert, dass die vorhergesagte Prognose bei weitem nicht eingetreten ist. „Unsere Feuerwehren waren bestens vorbereitet und haben die angefallenen Aufträge gut gemeistert“, so Grundner. Bereits am Vortag hatte das Landratsamt unter der Leitung von Landrat Siegfried Walch mit den Vorbereitungen für ein mögliches größeres Schadensereignis begonnen. Die Führungsgruppe Katastrophenschutz wurde in Bereitschaft versetzt. Seitens der Feuerwehr wurde die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung vorinformiert sowie eine Führungsstelle eingerichtet.

Darüber hinaus wurde der Gesamteinsatz bereits bei den ersten Alarmierungen als „Unwetterlage“ geführt, was insbesondere den Funkverkehr entlastete und die gesamte Organisation klar strukturiert hatte. Bis etwa 13:30 Uhr waren die meisten der witterungsbedingten Einsätze abgearbeitet. Der erste Alarm des Tages erreichte die Feuerwehr Seebruck bereits um kurz vor 4 Uhr am Morgen. Ein umgestürzter Baum behinderte den Verkehr auf der Staatsstraße 2095. Gegen 9 Uhr wurde die Feuerwehr Engelsberg ebenfalls zu einem Baum über die Fahrbahn alarmiert. Die Werkfeuerwehr des Chemiepark in Trostberg rückte indes zu einem Brandmeldealarm aus. Hier konnte die Feuerwehr rasch Entwarnung geben.

Ab etwa 10:30 Uhr hat der Wind deutlich zugenommen und wurde von schauerartigen Niederschlägen begleitet. Darauf hin folgten insbesondere im nördlichen Landkreis zahlreiche „Unwetter-Alarmierungen“ auf Grund umgestürzter Bäume. In der Gemeinde Engelsberg sind insgesamt sechs witterungsbedingte Einsätze für die Feuerwehr angefallen. Die Feuerwehr Tacherting war fünfmal im Einsatz, viermal rückten die Einsatzkräfte in Truchtlaching und Trostberg aus. Jeweils drei Einsätze hatten die Feuerwehren Altenmarkt und Kienberg zu verzeichnen, zwei Alarmierungen erfolgten jeweils für die Feuerwehren Albertaich und Pittenhart. Darüber hinaus wurden die Feuerwehren Peterskirchen, Schnaitsee, Obing, Heiligkreuz, Lindach und Emertsham zu Einsätzen alarmiert. Die Hauptaufgabe lag darin, die Verkehrswege von umgestürzten Bäumen zu befreien. In Trostberg ist ein Baum auf parkende Autos gestürzt.

Im östlichen Landkreis Traunstein wurde um kurz nach 11 Uhr die Feuerwehr Tettenhausen zu einem „Baum über die Fahrbahn“ alarmiert. Hier waren im Bereich Hermannsschlag zwei Fichten über die Fahrbahn gefallen. Kurze Zeit später rückte die Feuerwehr Taching ebenfalls zu ihrem ersten von zwei Einsätzen aus. Ein umgestürzter Baum lag quer über die TS 26. Die Feuerwehr Emertsham wurde in ein Waldstück alarmiert. Nahe Zaglreit war die Fahrbahn durch einen umgestürzten Baum blockiert. Ein PKW rutsche einem Wendemanöver in den Straßengraben. Die Feuerwehr leistete vor Ort Technische Hilfe und beseitigte den Baum.

In Traunstein wurde die Feuerwehr Wolkersdorf wurde zu einer „Gebäudesicherung“ gerufen. Ein entwurzelter Baum hatte sich gefährlich an eine Garage gelehnt und musste beseitigt werden. Einsatzkräfte aus Pierling und Palling wurden zu einem umgestürzten Baum auf die Kreisstraße TS 1 nahe dem Kreisverkehr Hurtöst alarmiert. Für die Feuerwehr Palling gab es gegen 15 Uhr einen weiteren Alarm. Auf der Kreisstraße TS 42 ist eine große Tanne über die Fahrbahn gestürzt. In Traunreut ist ebenfalls ein Baum auf Garagen gestürzt. Bei Altenmarkt war die Bahnlinie „Traunstein – Garching“ kurzzeitig gesperrt – auch hier war der Grund ein umgestürzter Baum.

Die Feuerwehren aus Obing und Albertaich wurden gegen 13:30 Uhr zu einem Kaminbrand in die Wasserburger Straße in Obing gerufen. Das Gebäude war bei Eintreffen der Feuerwehren teilweise verraucht und der Schornstein stark überhitzt. Insgesamt haben die Einsatzkräfte der Feuerwehr sieben Personen in Sicherheit gebracht. Ein Atemschutztrupp ist in den Kellerraum vorgedrungen, ein weiterer sicherte von der Drehleiter aus die Reinigungsarbeiten des hinzu gerufenen Kaminkehrers von oben. Nach einer dreiviertel Stunde konnten die rund 30 Feuerwehrkräfte den Einsatz erfolgreich beenden und die Bewohner durften zurück in ihre Wohnungen.

Gegen Mittag nahm die Alarmierungshäufigkeit deutlich ab. Es erfolgten nur noch vereinzelte Feuerwehralarmierungen. Im Süden des Landkreises blieb die Lage den ganzen Tag über ruhig. Bis in den Nachmittag hinein erfolgte lediglich eine Alarmierung auf Grund eines umgestürzten Baumes in Marquartstein. Während des gesamten Tages kam es zu keinerlei Personenschäden und auch die „Sachschäden“ dürften sich auf einem niedrigen Niveau bewegen. Neben dem stürmischen Dienstag der vergangenen Woche, den vorhergegangenen Dauerregeneinsätzen sowie dem „Orkan Sabine“ waren die Feuerwehren im Landkreis Traunstein in den vergangenen zehn Tagen etwa 150 Mal zu witterungsbedingten Einsätzen alarmiert worden und haben dabei Technische Hilfe geleistet. Hob

Quelle Bericht:: Hubert Hobmaier / Kreisfeuerwehrverband Traunstein e.V.

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Quelle Bild: Facebook.com/FDLnews

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