Nach Aufregung um Gasgeruch: Traunreuter Bürgermeister klärt auf

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Bei den Grabungsarbeiten in der Martin-Luther-Straße war schon mindestens eine Woche vorher das kontaminierte Material aus Muna-Zeiten aufgetaucht. Nach Untersuchung und Abtransport verströmte der abgedeckte Rest in der Hitze des Freitagnachmittags den seltsamen Geruch. Die Bevölkerung war laut Experten nicht gefährdet. Jetzt sind der Aushub unter einer Plane (rechts) und die Säcke mit den gebrauchten Schutzanzügen aber noch großräumiger abgesperrt. −Foto: Gabi Rasch

Die Verunsicherung in der Traunreuter Innenstadt (Landkreis Traunstein) war groß, als am späten Freitagnachmittag Einsatzkräfte in Schutzanzügen anrückten. Im Bereich der Martin-Luther-Straße waren bei Bauarbeiten Kampfstoffe aus Muna-Zeiten gefunden worden. "Für die Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr", betont Bürgermeister Klaus Ritter.

Anwohner nahe des Hallenbads hatten gegen 16 Uhr einen merkwürdig-süßlichen Geruch im Bereich der Baustelle entlang der Martin-Luther-Straße wahrgenommen und Alarm geschlagen. Die Anwohner wurden aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen und die Fenster geschlossen zu halten. Etwa gegen 20 Uhr informierte die Stadt via Pressemitteilung, dass eine Gefährdung der Bevölkerung auszuschließen ist. Im Gespräch mit der Heimatzeitung erklärte Bürgermeister Klaus Ritter am Sonntag noch einmal die Hintergründe.

Kampfmittelreste im Boden trotz vieler Reinigungsaktionen

Demnach sei der Gasgeruch auf einen Altlastenfund zurückzuführen, der die Grabungsarbeiten für die Wasser- und Kanalleitungen sowie die Hausanschlüsse in der Martin-Luther-Straße unterbrochen hatte. Etwa eine Woche vorher sei das gewesen, so Ritter. Die Anwohner nennen mit Montag, 17. Juni, ein konkretes Datum.

In dem Aushub waren, wie der Bürgermeister erläutert, Kampfmittelreste aus der Munitionsanstalt (Muna) aufgetaucht, die sich vor und während des Zweiten Weltkriegs in Traunreut befand. Überraschenderweise, wie Ritter betont. Denn nach den vielen Untersuchungen und Bodenreinigungsaktionen der Vergangenheit gebe es dort eigentlich keine Verdachtsflächen mehr.

Reste begannen in der Hitze zu stinken

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Zunächst konnte nicht ausgeschlossen werden, dass der süßliche Geruch von giftigen Gasen herrührt. Deshalb rückten die Feuerwehrler in speziellen Schutzanzügen an. −Foto: FDL/Lamminger

Der Baggerfahrer, so Ritter, habe an dem Tag sofort die Behörden verständigt. Umgehend seien der der Kampfmittelräumdienst Oberbayern und Mitarbeiter einer Spezialfirma aus München nach Traunreut gekommen. "Diese haben alles potenziell gefährliche Material – Hülsen, Blechdosen, Fläschchen, Teile des Erdreichs – mitgenommen, um es zu untersuchen und fachgerecht zu entsorgen." Das genaue Untersuchungsergebnis stehe zwar noch aus, so Ritter, aber die Fachleute hätten der Stadt versichert, dass es kein Besorgnis erregender Fund war, was mögliches Giftgas angeht. "Und sie haben ausgeschlossen, dass von den Resten des belasteten Aushubs eine Gefahr ausgeht." Deshalb habe man das Material vorerst auf der Baustelle belassen – "natürlich abgedeckt und mit einem Bauzaun abgesperrt".

"Uns wurde aber gesagt, dass der Haufen wegen der großen Hitze eventuell ein bisschen zu stinken anfangen könnte", erklärt Ritter weiter. Genau dies sei dann am Freitagnachmittag der Fall und der Auslöser für den Großeinsatz gewesen.

Quelle: Heimatzeitung.de vom 30.06.2019

 

Giftgas-Austritt in Traunreut? Bürgermeister gibt Entwarnung

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Zum Teil mit Spezialanzügen waren Feuerwehreinsatzkräfte wegen des vermuteten Giftgas-Austrittes vor Ort. −Foto: Rasch

Aufregung am späten Freitagnachmittag in Traunreut (Landkreis Traunstein): Im Gebiet rund um das Hallenbad in der Martin-Luther-Straße wurde ein Giftgas-Austritt vermutet, wie die Polizei Trostberg auf Nachfrage sagte. Bürgermeister Klaus Ritter gab gegenüber der PNP am frühen Abend Entwarnung: "Es besteht keine Gefahr für Personen."

Nach Angaben eines Sprechers der Feuerwehr sei die Freiwillige Feuerwehr Traunreut um 16.08 Uhr wegen "Gasgeruchs" auf einer Tiefbaustelle in der Martin-Luther-Straße alarmiert worden. Daraufhin seien auch alle anderen städtischen Wehren alarmiert und hinzugezogen worden. Auch Polizei, Rettungsdienst und Kampfmittelräumdienst waren am Einsatzort, der großräumig abgesperrt wurde.

Zunächst hatte die Polizei berichtet, dass Anlieger Fenster geschlossen halten sollten. Die Feuerwehr habe über Lautsprecher Warnungen ausgerufen. Bürgermeister Ritter sagte am frühen Abend, dass das nicht der Fall gewesen sei. Die Gefahrenstelle auf der Baustelle sei lediglich in einem Umkreis von zehn Metern abgesperrt worden.

Bürgermeister Ritter: Mögliche Giftstoffe schon vor einer Woche entdeckt

Laut Ritter wurden schon vor einer Woche bei Baggerarbeiten mögliche Giftstoffe im Erdreich gefunden. Das Erdreich sei vor Ort von Spezialisten gesichert worden. Es soll abtransportiert und weiter analysiert werden. In einer am Abend versendeten Pressemitteilung erklärte Ritter, dass in im Erdreich Kampfmittel aus Munazeiten entdeckt wurden. Der Einsatz am Freitagnachmittag sei dadurch ausgelöst worden, dass erneut "ein unbekannter Geruch" wahrgenommen worden sei, so Ritter. Sicherheitshalber sei der Sicherheitsradius um das betroffene Erdreich auf der Baustelle etwas vergrößert worden. Eine Fachfirma wurde von der Stadt mit der Entsorgung beauftragt.

− cav/ga

Quelle: Heimatzeitung.de vom 28.06.2019

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