Dauereinsatz in der weißen Hölle: Schneechaos von 2006

Tausende Helfer waren tagelang im Einsatz: Zum zehnten Mal jährt sich heuer die Schneekatastrophe vom Februar 2006. Betroffen waren vorwiegend Ostbayern und Österreich. Aber auch in der Region bereiteten überlastete Dächer Probleme. Ein tragischer Unfall ereignete sich dabei am 9. Februar in Traunstein: Ein 27 Jahre alter Feuerwehrmann stürzte auf dem Dach einer Gewerbehalle im Ortsteil Kotzing durch ein Dachfenster aus Plexiglas. Der Obinger fiel 15 Meter in die Tiefe und prallte auf den Betonboden. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät. Die Heimatzeitung blickt zurück.

Einen großen Schock für die Region hatte es schon zu Jahresbeginn gegeben: 15 Tote, darunter zwölf Kinder, beim Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall. Am gleichen Tag waren drei junge Lawinenopfer zu beklagen, eine 19-jährige Australierin mit ihrem Verlobten und dessen Bruder, die aus Bayerisch Gmain (Lkr. Berchtesgadener Land) stammten.

Klaus Thurner, 1. Kommandant der Obinger Feuerwehr, erlebte die Traunsteiner Tragödie mit. Die Höhenrettungsgruppe seiner Wehr war gegen 23 Uhr auf dem Dach der einsturzgefährdeten Halle, um eine Seilsicherung anzubringen. Kollegen aus der Großen Kreisstadt hätten im Anschluss die Schneemassen abräumen sollen. Als der 27-jährige Obinger über das Dach ging, brach er durch ein unter dem Schnee verborgenes Oberlicht. Die Kameraden versuchten noch zu helfen – vergebens. Besonders tragisch: Die Frau des Verunglückten erwartete den ersehnten Nachwuchs.

Nach weiteren ergiebigen Schneefällen in der Nacht zum 10. Februar – ein Freitag – war es auf Dächern und Gebäuden in der ganzen Region zu starken Verfrachtungen gekommen. Zu einer Beinahe-Katastrophe wäre es bereits am 7. Februar in Töging (Landkreis Altötting) gekommen. Dort stürzte am späten Vormittag das Dach eines Supermarkts ein. Dass es nicht zum Schlimmsten kam, ist dem damaligen Azubi Daniel Bürk zu verdanken, der an der Kasse saß und geistesgegenwärtig die Leute zum raschen Verlassen des Marktes aufforderte. Bald schon war von einem schweren Konstruktions- fehler bei dem erst sechs Jahre alten Gebäude die Rede. Im Juli 2008 stellte das Amtsgericht Altötting fest, dass die Schuld der Verantwortlichen schon verjährt war. Zwei der drei Angeklagten mussten die Verfahrenskosten tragen.

Quelle Bericht: Heimatzeitung.de von 2016

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